Tourismus ist auf der Suche nach Fachkräften. Offene Stellen zu besetzen, gestaltet sich in der Tourismusbranche immer schwieriger.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. September 2019 (05:16)
Die Gastro- und Hotelbranche leidet unter Fachkräftemangel. Köche sind besonders begehrt, aber auch in anderen Bereichen der Tourismusbranche ist es schwierig Personal zu finden. Foto: St. Martins Therme & Lodge.
St. Martins Therme & Lodge.

Die St. Martins Therme & Lodge beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, darunter 20 Lehrlinge. Nach Verstärkung für das große Team ist man allerdings ständig auf der Suche, 15 Stellen sind in der Frauenkirchener Tourismusdestination ausgeschrieben. Österreichweit nichts Ungewöhnliches, vor allem im Qualitätssegment. Es herrscht eklatanter Fachkräftemangel in der Branche.

Alleine im Neusiedler Bezirk waren Ende August beim Arbeitsmarktservice (AMS) 57 offene Stellen gemeldet, landesweit waren es 189. Dem gegenüber standen 4 beziehungsweise 28 Arbeitssuchende in der Branche.

Die Zahlen sprechen Bände, dabei hat sich die Situation gegenüber dem Vorjahr sogar etwas entspannt. Ende August 2018 waren landesweit noch um 30 Prozent mehr offene Stellen beim AMS gemeldet.

„Wir suchen speziell junge Menschen, die sich für die Lehrberufe Hotel- und Gastgewerbeassistent/in, Restaurantfachmann/frau, Koch/Köchin oder Hotelkaufmann/frau interessieren oder diese bereits abgeschlossen haben. Wer Leidenschaft für Qualität und erstklassiges Service bieten möchte, ist bei uns genau richtig“, sagt Klaus Hofmann, Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge. Gerade junge Menschen fänden hier ein Arbeitsumfeld mit einer hohen Dynamik und abwechslungsreichen Arbeitsinhalten.

St. Martins lockt mit gutem Betriebsklima

Mitarbeitern wird hier die Möglichkeit geboten, verschiedene Bereiche kennenzulernen und sich im Betrieb wie auch im Konzern weiterzuentwickeln und die eigene Karriere zu gestalten. „Vom Lehrling zur Führungskraft ist im Hotel- und Gastgewerbe durchaus gelebte Praxis“, betont Hofmann.

Trotzdem: So hoch das Vertrauen in die Wirtschaftskraft des Tourismus bei den Österreichern ist, so niedrig ist das Image der Berufe dieser Branche: Denn da wären etwa Wochenenddienste, Nachtarbeit und Rufbereitschaft.

Was erst einmal abschreckend klingt, kann aber auch individuell zu einer positiven Arbeitszeitgestaltung führen: „Auf der einen Seite heißt das natürlich, dass es auch darum geht, teilweise am Abend oder teilweise am Wochenende zu arbeiten – auf der anderen Seite bietet gerade die St. Martins Therme & Lodge mit ihren flexiblen Arbeitszeitmodellen ihren Angestellten ideale Möglichkeiten. Es gibt beispielsweise auch viele Menschen, die gerne am Wochenende arbeiten – und dafür unter der Woche, wenn alle Geschäfte geöffnet sind, frei haben“, erklärt Markus Pfeffer Marketingleiter der St. Martins Therme & Lodge im Gespräch mit der BVZ.

„Arbeiten wo andere Urlaub machen ist eine Herausforderung – aber eine, die sich lohnt.“Klaus Hofmann

Aber nicht nur für „Neueinsteiger“ sei dieses Konzept interessant, auch für Wiedereinsteiger nach der Babypause, da hier eine flexiblere Zeiteinteilung gemeinsam mit dem Partner ermöglicht werde, oder auch für Menschen, die zum Arbeiten in die Region zurückkehren. Diese „Zugvögel“ würden gerne wieder an ihre ehemaligen Wirkungsstätten zurückkehren. Lange Anfahrtszeiten oder der Frühverkehr nach Wien entfallen. Für die Führungskräfte der St. Martins Therme&Lodge liegt der Schlüssel zum Erfolg jedenfalls in einem guten Betriebsklima. Nur so sei auch höchste Qualität für die Gäste zu garantieren.

Das Unternehmen engagiere sich in der Aus- und Weiterbildung genauso, wie in der offenen Gesprächs- und Feedbackkultur im gesamten Haus: „Nur wenn wir in allen Bereichen gut zusammenarbeiten können, und jeder gut eingesetzt und beruflich gefördert wird, kann der Gast im Mittelpunkt stehen. Arbeiten wo andere Urlaub machen ist eine Herausforderung – aber eine, die sich lohnt“, betont Geschäftsführer Klaus Hofmann.