Burgenland will freien Zugang zu Neusiedler See sichern. Der freie Zutritt zum Neusiedler See soll im Burgenland durch eine Staatszielbestimmung weitestgehend abgesichert werden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 03. August 2018 (14:14)
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Staatszielbestimmung soll freien Zugang zum Neusiedler See absichern
Staatszielbestimmung soll freien Zugang zum Neusiedler See absichern
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Es gehe nicht nur um den Neusiedler See, sondern auch um die anderen Seen im Burgenland, meinte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Freitag bei der Präsentation der Ergebnisse einer Bürgerbefragung zum "Masterplan Neusiedler See". Dabei werde man Vorreiter in Österreich sein.

Hans Niessl Landeshauptmann Burgenland Symbolbild
Hans Niessl
Wolfgang Millendorfer

Es habe dazu bereits ein Gespräch mit dem Verfassungsdienst im Burgenland gegeben. "Das Land Burgenland ist bestrebt, den freien Zugang der Allgemeinheit zu den Seen möglichst weitgehend sicherzustellen", sagte Niessl. An bestehenden Einrichtungen und Widmungen werde aber schon allein aus rechtlichen Gründen nicht gerüttelt. Ein 14 Meter hohes Hotel, wie es in Neusiedl am See geplant war, solle aber damit verhindert werden.

Die Balance "schützen und nützen" müsse gewährleistet bleiben. "Jetzt - da muss man ganz sensibel sein - müssen alle Projekte die es am Neusiedler See gibt, in entsprechender Form, umweltverträglich, den UNESCO-Richtlinien entsprechend diskutiert werden, und dann, wenn es möglich ist, umgesetzt werden", sagte Niessl. Das burgenländische Naturjuwel ist seit 2001 UNESCO-Welterbe.

Masterplan Neusiedler See

Es gebe in Österreich viele Seen, die verbaut seien. "Das wollen wir im Burgenland in diesem Umfang mit Sicherheit nicht", meinte der Landeshauptmann. "Ich glaube, dass heute wichtige Weichenstellungen vorgenommen werden müssen, wie es hier am See in fünf, zehn, 20 Jahren aussieht", so Niessl. In der Region Neusiedler See gebe es rund 1,5 Millionen Nächtigungen, das sei etwa die Hälfte der Nächtigungen im Land. Rund eine Million Tagesgäste würden im Laufe des Jahres zum See kommen.

Bei einer Bürgerbefragung im Zuge der Erstellung des "Masterplan Neusiedler See" hätten sich 75 Prozent der Befragten für die Erhaltung bzw. Schaffung des öffentlichen Seezugangs ausgesprochen, berichtete Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ). Für 83 Prozent der Menschen habe der unverbaute Blick auf das Naturjuwel höchste Priorität. Größere Wohnprojekte am Seeufer und im Schilfgürtel würden von 82 Prozent abgelehnt werden. Insgesamt wurden 2.165 Personen befragt. Eisenkopf betonte, dass ein "Ausverkauf" oder ein "Zupflastern" des Sees zu verhindern sei. "Der Neusiedler See darf nicht der Wörther See werden", betonte Eisenkopf.

In Neusiedl am See habe man dahin gehend agiert, dass man das Baurecht für ein rund 6.000 Quadratmeter großes Grundstück beim Wasser zurückgekauft habe, berichtete Bürgermeisterin Elisabeth Böhm (SPÖ) Auf dem Grundstück sei ein rund 14 Meter hohes Hotel geplant gewesen. Der Rückkauf habe 50.000 Euro gekostet. Die Stadt habe nun freie Hand, ein Hotel werde an dieser Stelle aber sicher nicht hinkommen.