Neusiedler Jahrbuch präsentiert: Stadtgeschichte im 23. Band

Erstellt am 05. Mai 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
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Buchpräsentation im Weinwerk. Die Autoren Peter Holeschofsky, Sepp Gmasz, und Martin Pieber mit Bürgermeisterin Elisabeth Böhm. Foto: Birgit Böhm-Ritter
Foto: BVZ
Der Verein Neusiedler Stadtarchiv präsentierte sein neuestes Jahrbuch mit spannenden historischen Beiträgen.
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Man kann es bereits als Institution sehen: das Neusiedler Jahrbuch. Es trotzt jeder Krise, pünktlich im Frühling erscheint es. Heuer bereits zum 23. Mal. Das Engagement des Vereines Neusiedler Stadtarchiv bleibt ungebrochen und so gab es nach zwei Jahren Pause heuer auch wieder eine öffentliche Präsentation im Weinwerk Burgenland.

„Ich glaube, das ist einzigartig im Burgenland, dass ein Verein konsequent jährlich einen Band mit hundert Seiten herausgibt“ Obmann Sepp Gmasz

Begonnen hat die umfangreiche Aufarbeitung und Dokumentation der Stadtgeschichte mit dem ersten Band, der 1999 erschienen ist und so wie alle Folgebände nicht nur historische Beiträge enthielt, sondern auch eine chronikale Auflistung der Stadtereignisse des Vorjahres. Auch der 23. Band folgt dieser Tradition. „Ich glaube, das ist einzigartig im Burgenland, dass ein Verein konsequent jährlich einen Band mit hundert Seiten herausgibt“, sagt Obmann Sepp Gmasz im Rahmen der Präsentation.

Angesiedelt sind die Beiträge des aktuellen Bandes im 19. und 20. Jahrhundert. So ging Martin Krenn etwa der Frühgeschichte der NSDAP in Neusiedl am See nach. Krenn ist Leiter des Archivs für Wissenschaftsgeschichte am Naturhistorischen Museum. In seinem Aufsatz zeigt er, dass sich in Neusiedl am See eine der ersten NSDAP-Ortsgruppen des Burgenlandes gründete und die Zustimmung für die Partei bei Wahlen in den frühen 30er Jahren im Vergleich zu anderen burgenländischen Gemeinden hier sehr hoch gewesen ist.

Zu lesen ist auch die Lebensgeschichte des Ambrosi Augustini. Der italienische Zuckerbäcker gilt als Neusiedler Tourismuspionier. Er erkannte die Zeichen der Zeit und errichtete das erste Badhaus, das allerdings 1850 bis auf die Grundfesten abbrannte. Weitere Beiträge beleuchten die Geschichte des Traditionslokals „Café Jasmin“ und die Entstehung der ersten NS-Gedenkstätte in Neusiedl am See, für die Martin Pieber verantwortlich zeichnet. Peter Holeschofsky befasste sich mit einem „Amtsmissbrauch in Geoys (Jois)“ und dokumentiert damit politische Intrigen des 19. Jahrhunderts.

Zu erwerben ist das Jahrbuch über den Verein Neusiedler Stadtarchiv, dessen Vereinslokal im Weinwerk situiert ist. Geöffnet ist das Archiv jeden Samstag von 10:30 bis 12 Uhr.

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