Neusiedler Schulen: Masken trotz grüner Corona-Ampel

Abstand halten, Desinfektionsmittel, Hygienvorschriften diminieren den neuen Alltag in Neusiedls Bildungseinrichtungen.

Erstellt am 10. September 2020 | 05:23
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Der erste Schultag fiel in Neusiedl am See ins Wasser. Thema Nummer eins am Schulhof der Klosterschule waren aber nicht die Regentropfen. Der erste Schultag verlief unter besonderen Bedingungen: Selbst für die Eltern der Taferlklassler hieß es nämlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen „draußen bleiben
Foto: BR

Für 6879 Schülerinnen und Schüler des Bezirks begann am Montag das neue Schuljahr, davon besuchten 560 Kinder überhaupt zum ersten Mal die Schule. Das Schuljahr begann wie das vorige geendet hatte. Nämlich auf Abstand. Die Corona-Pandemie scheint momentan die größte Herausforderung für den Schulalltag zu sein. Die BVZ hat sich in den Direktionen der Neusiedler Bildungseinrichtungen umgehört.

Auffallend: In sechs der sieben Schulen in der Stadtgemeinde setzt man auf den Mund-Nasen-Schutz im Gebäude, obwohl dieser bei Phase Grün der Corona-Ampel nicht notwendig wäre.

Sowohl in der Klosterschule (Volks- und Mittelschule) als auch im Gymnasium, der Sportmittelschule, der HAK/HAS und im Pannoneum gilt außerhalb des Unterrichts in der Klasse Maskenpflicht. Begründet wird diese Entscheidung von den Direktorinnen und Direktoren durchwegs mit den beengten Räumlichkeiten in der Schule.

Abstand halten sei oft nicht möglich, sagt auch Sascha Baumgartner, Direktor der Kloster-Volksschule: „Die Klosterschule besuchen insgesamt über 400 SchülerInnen in der Volksschule und der Mittelschule. Die Masken sollen Schutz bieten, wenn sich Kinder der beiden Schultypen begegnen. Ein zweiter Grund ist die Garderobe. Sie ist ein Hotspot in unserem Haus. Da sie sehr klein ist und viele Kinder gleichzeitig drinnen sind, ist der Mindestabstand nicht leicht einzuhalten. Ebenso verhält es sich auf den relativ engen Gängen.“

Einige sind gegen Schutzmaßnahmen

Desinfektionsspender und Hygienevorschriften gehören in den Schulen bereits zum Alltag. Nicht bei jeden kommt das allerdings gut an. Es gebe einige wenige Eltern, die durch eine „absolut destruktive“ Haltung, versuchen alle Maßnahmen zu sabotieren, berichtet Nikolaus Dinhof, Direktor der Sportmittelschule: „Mit massiven Strafandrohungen wird davor gewarnt, die Kinder durch Masken zu schützen oder ihre Hände zu desinfizieren“, schildert Dinhof. Nachsatz: „Wir leben in einer verrückten Zeit.“

Vorbereitet sind Neusiedls Schulen auf alle Eventualitäten. In jeder Bildungseinrichtung gibt es ein Corona-Krisenteam, welches die für die Schule passenden Konzepte erstellt hat. „Wir haben im Krisenstab diverse vorbereitende Maßnahmen getätigt, damit wir flexibel auf verschiedene Anlassfälle reagieren können. Wir haben Checklisten erarbeitet, Daten erhoben, Sitzpläne vorbereitet und Abläufe geplant“, erläutert Pannoneum-Direktorin Alexandra Laminger näher.

Verdachtsfall in der Schule, was nun?

Aber was passiert nun, wenn ein Corona-Verdachtsfall in der Schule auftritt? In einem Elternbrief des Landes Burgenland werden verschiedene Szenarien detailliert beschrieben. Zeigt eine Schülerin oder ein Schüler in der Schule Symptome, muss sie oder er jedenfalls von anderen Personen isoliert in einen separaten Raum der Bildungseinrichtung gebracht werden.

Die Eltern werden kontaktiert und es wird abgeklärt, wer bei der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 anrufen soll. Nach Rückspreche mit der Gesundheitsbehörde wird entschieden, ob eine Testung zu Hause oder in der Schule vorgenommen wird.

Die Heimreise mit einem symptomatischen Kind darf auf keinen Fall mit öffentlichen Verkehrsmitteln angetreten werden. Ist das Testergebnis positiv, wird die Gesundheitsbehörde für die betroffene Person und die Kategorie I Kontaktpersonen in der Folge für zehn Tage Heimquarantäne anordnen.