Tauschkreis in Neusiedl in's Leben gerufen. „Gebe Nachhilfestunde gegen frisches Gemüse“: So oder so ähnlich könnte es im künftigen Tauschkreis heißen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 11. Juli 2019 (05:21)
Birgit Böhm-Ritter
Andrea Reiß-Kiss, Maria Nakovits und Edith Limbeck sind motiviert durch den Zuspruch aus der Bevölkerung. Bernhard Haas gab in einem Vortrag Tipps für die Gründung eines Tauschkreises.

In vielen österreichischen Regionen haben sie sich bereits etabliert: Tauschkreise, in denen sich Leute zusammenfinden, die Waren und Dienstleistungen auf der Basis einer symbolischen Währung tauschen. Nun soll so ein Tauschkreis auch in der Region in und um Neusiedl am See aufgebaut werden.

Die Idee dazu stammt von Edith Limbeck. Die gebürtige Golserin war bereits in den 90er Jahren Teil eines Tauschkreises in Wien. Nun lebt sie in Neusiedl am See und hofft, ein ähnliches Projekt hier auf die Beine stellen zu können. Unterstützung bekommt sie von Andrea Reiß-Kiss und Maria Nakovits. Gemeinsam haben die drei Frauen vorige Woche zu einem ersten Auftakttreffen geladen: „Erst einmal um auszuloten, wie hoch das Interesse ist“, so die drei unisono. Gekommen sind rund zehn Leute, „wobei das Feedback auf Aushänge und in den sozialen Medien noch weit größer war. Nicht jeder konnte am ersten Termin teilnehmen“, erzählt Limbeck.

In einem Vortrag berichtete Bernhard Haas, wie ein Tauschkreis funktionieren kann. Haas ist selbst aktiv im Talenteverbund, einer Vereinigung von 16 Tauschkreisen in Ostösterreich.

Es gehe um Geben und Nehmen auf Augenhöhe, beschreibt er und bringt Beispiele: „Ich brauche Hilfe beim Lampen aufhängen und helfe jemand anderem im Gegenzug beim Holz machen. Bezahlt wird in der symbolischen Währung auf der Basis von einer Stunde Lebenszeit.“