Kein Chalet-Dorf für Leo Hillinger in Jois

Erstellt am 31. März 2022 | 06:01
Lesezeit: 3 Min
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Die vorgelegte Skizze zeigt ein dezentrales Bauvorhaben anstatt eines einheitlichen Hotels.
Foto: zVg/Gemeinde Jois
Gemeinderat ist sich einig. In der aktuellen Form wird die neueste Idee der Hill Hotel GmbH nicht angenommen.
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In der Vorwoche traf sich der Gemeinderat in Jois zu seiner Sitzung. Auf der Tagesordnung waren viele Projekte zu finden, denn die Marktgemeinde hat sich einiges vorgenommen. Einer der Punkte stach aber besonders hervor, denn es ging um eine Präsentation der Hill Hotel GmbH.

Der Joiser Starwinzer Leo Hillinger plant bereits seit mehreren Jahren, ein Hotel in seiner Heimatgemeinde zu errichten. Dafür ist ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück in sehr prominenter Lage vorgesehen. Dieses befindet sich hinter dem Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Jois und bietet einen atemberaubenden Blick auf den Neusiedler See. Auf der erwähnten Gemeinderatssitzung wurden jedoch keine neuen Details zu einem Hitel präsentiert, sondern der Bau einer Anlage mit zehn einzelnen Chalets vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um einzelne Gebäude mit 48 oder 65 Quadratmetern Fläche. Ein ähnliches Projekt wurde von der Gemeinde Jois aber schon 2019 abgelehnt. Damals wollte man die eigentliche Idee, ein Hotel zu errichten, ebenfalls umwerfen. Auch dieses Mal wurde die Idee einstimmig abgelehnt.

„Zwar gab es einen Lageplan mit Legende, aber keine Details, die eine sinnvolle Bewertung möglich gemacht hätten“
Markus Windberger, SPÖ-Fraktionsvorsitzender

Bürgermeister Hans Steurer betont, dass er und auch der Gemeinderat definitiv für den Bau eines Hotelgebäudes sind. Ein Hotel würde Jois mehr Unterkünfte bringen und wäre besonders bei größeren Veranstaltungen von Vorteil. Jedoch den Vorschlag, doch lieber Chalets zu bauen, empfindet man als bedenklich. Einerseits seien die einstöckigen Gebäude für eine vergleichsweise geringe Anzahl an Personen ausgelegt. Andererseits bemängelt man die Kommunikation des Vorschlags. „Zwar gab es einen Lageplan mit Legende, aber keine Details, die eine sinnvolle Bewertung möglich gemacht hätten“, meint Markus Windberger, SPÖ-Fraktionsvorsitzender.

Weiters kritisiert Gemeinderat Helmut Altenburger, dass solche Vorschläge dem Gemeinderat viel Zeit und Aufwand kosten würden. Dabei hat man doch schon längst Nägel mit Köpfen gemacht. Mitte 2019 unterschrieben allen Fraktionen eine Baulandmobilisierung. Diese beruht auf einem Einreichplan von 2018 für ein von Hillinger geplantes Hotel. Man knüpfte dies jedoch an die Bedingung, dass das eingereichte Vorhaben innerhalb von zehn Jahren fertig werden muss. Inzwischen sind zweieinhalb Jahre vergangen und Leo Hillinger scheint an seiner Vision eines Chaletdorfes festzuhalten. Im Südburgenland ist er an einem ähnlichen Projekt beteiligt. Im Chaletdorf Hannersberg stehen bereits 35 dieser Chalets.

Auf BVZ-Anfrage um eine Stellungnahme verwies man im Weingut Hillinger darauf, zuerst mit der Gemeinde sprechen zu wollen.

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