Neusiedler See jubelt über Tourismus-Plus

Ein Plus von 4,6 Prozent an Übernachtungen erfreut die Tourismusbranche.

Birgit Böhm-Ritter
Birgit Böhm-Ritter Erstellt am 05. Februar 2020 | 05:20
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Foto: APA/Georg Hochmuth

Über ein kräftiges Plus in der Nächtigungsstatistik darf sich die Tourismusbranche rund um den Neusiedler See freuen. 2019 wurden um 4,6 Prozent mehr Übernachtungen gezählt als ein Jahr zuvor.

Die Seeregion gilt als Motor des Burgenländischen Tourismus und das bewies sie auch im Vorjahr eindrucksvoll: Mehr als die Hälfte aller Nächtigungen des Burgenlandes fanden in der Region Neusiedler See statt. In absoluten Zahlen heißt das: Mehr als 1,6 Millionen Übernachtungen von insgesamt knapp über 3,1 Millionen wurden rund um den See gezählt.

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Parndorf auf der Überholspur

Einzelne Gemeinden konnten besonders punkten. Parndorf sticht etwa mit einem Plus von über 31 Prozent an Nächtigungen heraus und verzeichnet mit über 61.000 Nächtigungen erstmals mehr als Neusiedl, Andau darf sich nach 2018 auch 2019 (+ 20 %) wieder über tolle Zuwächse freuen, dagegen muss Weiden am See ein Minus von 38,7 Prozent in der Nächtigungsstatistik hinnehmen.

Tourismuszahlen im Bezirk Neusiedl
Tourismuszahlen im Bezirk Neusiedl. Quelle: Statistik Burgenland, Foto: VGstockmedia/Shutterstock.com
Quelle: Statistik Burgenland, Foto: VGstockmedia/Shutterstock.com

„Die Nächtigungszahlen in den einzelnen Gemeinden sind enorm betriebsabhängig“, erklärt Stefan Schindler, Geschäftsführer der Neusiedler See Tourismus Gmbh (NTG). In Parndorf habe sich die Erweiterung des Pannonia Towers etwa positiv in der Statistik niedergeschlagen, in Weiden hingegen wären die Nächtigungszahlen gesunken, weil es im Seepark keine Vermietungen mehr für Feriengäste gegeben habe.

Der Wegfall einzelner touristischer Einheiten habe die positive Entwicklung im Tourismus 2019 aber nicht gedämpft, einige Neueröffnungen hätten den Markt wiederum erweitert. Schindler spricht hier etwa das Kurhaus Marienkron in Mönchhof oder die Residenz Velich in Apetlon an.

Es geht in Richtung Ganzjahrestourismus

Die Verlängerung der Tourismussaison gelingt in der Region langsam, aber stetig. „Vor allem in den Herbst und Winter hinein ist durch die zahlreichen Weinveranstaltungen, die unter dem Stichwort ‚Martiniloben‘ vermarktet werden, vieles passiert. Das Frühjahr hat aber noch sehr viel Potenzial. Da können wir unseren Vorteil durch das mildere Klima noch besser nutzen“, glaubt Schindler.

Um einen Ganzjahrestourismus etablieren zu können, müssen aber auch die Betriebe mitspielen. Zahlreiche Unterkünfte haben nur im Sommer geöffnet. Hier hat die NTG noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten: „Es gibt Betriebe, die wollen nicht länger offen halten. Die machen im Sommer genug Gewinn, um über das Jahr zu kommen“, so Schindler. Allerdings würden schon einzelne Betriebe vorzeigen, dass das Geschäft auch in der Nebensaison gehe.

Nicht nur um den Neusiedler See jubeln Touristiker: Das Burgenland erzielte 2019 mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent an Nächtigungen sein bestes Ergebnis seit der Erfassung der Tourismusstatistik.

Besonders erfreulich ist ein beachtlicher Zuwachs aus Deutschland, dem mit Abstand stärksten und wichtigsten Auslandsmarkt für das Burgenland. Mit 410.004 Übernachtungen (+5,6 Prozent) konnte eine Trendwende eingeläutet werden: Erstmals seit zehn Jahren gibt es ein Plus auf dem deutschen Markt.