Weiter Ringen um Stadtchef-Sessel. Erst am 29. Oktober steht fest, ob Elisabeth Böhm (SPÖ) oder Thomas Halbritter (ÖVP) das Bürgermeisteramt bekleidet.

Erstellt am 04. Oktober 2017 (11:00)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Mit Kandidat Thomas Halbritter will die ÖVP in der Stichwahl erfolgreich das Bürgermeisteramt holen. Das erste Mal findet in der Stadt eine Stichwahl statt. Elisabeth Böhm (SPÖ) möchte Bürgermeisterin werden.
Reiter

Die Stadt steht vor einer Stichwahl, und das ist historisch: Denn das ist die erste, die in der Bezirkshauptstadt überhaupt stattfindet. Bis jetzt hat ausschließlich die ÖVP die Bürgermeister der Stadt gestellt.

"Mit Stichwahl gerechnet"

Thomas Halbritter (ÖVP) erhielt im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl 43 Prozent der Stimmen, Elisabeth Böhm (SPÖ) kam auf 40 Prozent. Beide Kandidaten haben mit diesem Ergebnis gerechnet und gehen zuversichtlich in die zweite Runde. „Wir haben mit der Stichwahl gerechnet, bei sechs Kandidaten ist das realistisch“, meint etwa Böhm.

Der zweite Bewerber um das Bürgermeisteramt Thomas Halbritter ergänzt: „Die Stichwahl war klar. Für das erste Mal Antreten bin ich total zufrieden. Ich liege vorne.“
In Zahlen heißt das: Halbritter bekam beim ersten Wahlgang 1968 Stimmen, Böhm hat mit 1834 um 134 Stimmen weniger erhalten. Herbert Denk, Bürgermeister-Kandidat der FPÖ erhielt 244 Stimmen, Alexandra Fischbach als Grüne-Kandidatin für das Bürgermeisteramt kam auf 405 Stimmen, Neos-Kandidat Thomas Aufmesser 86 und der Kandidat der Bürgerliste Neusiedl 33.

Land Burgenland, Grafik: Bischof/Gastegger

Geht es nach der FPÖ, so gehen deren Stimmen im zweiten Wahlgang an Elisabeth Böhm, denn es gibt eine blaue Wahlempfehlung für die SPÖ-Kandidatin. Die Grünen hingegen verzichten auf eine Empfehlung  an ihre Wähler, ebenso die Neos. FPÖ konnte als Einzige ein Plus verzeichnen

Bei den Gemeinderatswahlen erreichte die SPÖ 38 Prozent der Stimmen und musste einen leichten Verlust hinnehmen. Die ÖVP kam auf 40,6 Prozent - das ist ein Minus von 4,9 Prozentpunkten gegenüber der Wahl vor fünf Jahren. Die FPÖ schaffte es hingegen, um 2,2 Prozent zuzulegen, und erreichte 8 Prozent der Stimmen. Auch die Grünen hatten mit einem leichten Minus von 0,8 Prozent zu kämpfen. Die beiden „Newcomer“ Neos und Bürgerliste kamen bei ihrem ersten Antritt nicht auf die nötigen Stimmen, um ein Mandat im Gemeinderat zu erhalten.

Auszählung dauerte mehr als vier Stunden

Die Wahllokale schlossen um 16 Uhr, erst nach 20 Uhr gab es das offizielle Ergebnis. Das Auszählen ist ein aufwendiger Prozess, die Stimmen vom vorgezogenen Wahltag, die Wahlkarten, Bürgermeister-Ergebnis und dann die Stimmen für die Gemeinderatswahl samt Vorzugsstimmen mussten erst ins System eingegeben werden.

Auch der Wahlvorgang hat aufgrund der Fülle der Kandidaten diesmal länger gedauert. Das Rathaus war gut vorbereitet: In den Wahlsprengeln wurden statt zwei, diesmal drei Wahlkabinen aufgestellt. Im größten Sprengel Kindergarten Gartenweg sogar vier, um den Wählern zu lange Wartezeiten zu ersparen.