Gemeinderats-Eklat um Zielpunkt. Das 250.000 Euro-Objekt sorgt seit Monaten für Uneinigkeit im Gemeinderat. Die letzte Sitzung musste abgebrochen werden.

Von Bettina Deutsch. Erstellt am 18. November 2016 (06:03)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Die leer stehende Zielpunkt-Filiale in Kittsee erregt die Gemüter wie in keiner anderen Gemeinde. Eine Lösung scheint in naher Zukunft wohl nicht in Aussicht.
BVZ, Symbolfoto Deutsch

In der Gemeinde Kittsee geht der Streit um die, im Frühjahr, erworbene Zielpunkt-Immobilie (die BVZ berichtete, siehe ganz unten) in die nächste Runde. Die Gemeinderatssitzung am 9. November musste frühzeitig beendet werden.

Krimi zieht sich seit März dieses Jahres

Wir schreiben den Tag „X“ der Verhandlungen rund um den heiß diskutierten Kauf im Ort. Es ist der 9. November, Punkt fünf der Tagesordnung: der Antrag zur Weitergabe/zum Verkauf der Zielpunkt-Immobilie. Eingereicht von der „unparteiischen Bürgerliste von Kittsee“ in Kooperation mit der ÖVP.

Ein Beschluss wird an diesem Tag jedoch nicht zustande kommen, da die SPÖ-Fraktion sowie zwei Gemeinderäte der „Liste Kittsee“ den Saal vorzeitig verlassen, die Sitzung für beendet erklärt werden muss.

Seit März dieses Jahres zieht sich der Krimi rund um die ehemalige Zielpunkt-Filiale in der Unteren Hauptstraße dahin, die Lager im Ort sind gespalten. „Wir sind eine wachsende Gemeinde und da ständig Bauplätze benötigt werden, bin ich der Meinung, dass wir uns das Grundstück für künftige Projekte sicherstellen sollten“ gibt Bürgermeisterin Gabi Nabinger zu Bedenken.

Den Bau eines neuen Gemeindeamtes, einer neuen Polizeidienststelle sowie eines sozialen Wohnbaus an besagtem Standort schließt die Ortschefin dabei nicht aus. „Das Gemeindeamt ist sanierungsbedürftig und müsste laut Gesetz barrierefrei umgebaut werden. Die Kosten dafür würden einen Neubau unserer Amtsstube allemal rechtfertigen“ so Gabriele Nabinger.

Kontroverse Meinungen über Immobilie

Diese Ansicht teilt jedoch nicht jeder im Ort. „Wir wollten die Immobilie nie kaufen, da das Abbruchhaus nicht in unseren Budgetplan passt. Es gibt wichtigere Projekte, wie das Schulzentrum sowie den Kanal, die wir in Angriff nehmen sollten“ so Vizebürgermeister Franz Buchta von der ÖVP.

Auch die Gemeinderäte der „Liste Kittsee“ stehen dem Kauf mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Das Schulzentrum sowie die Lösung der Kanalproblematik stehen für uns ebenfalls an erster Stelle. Hier wird ein politisches Spiel betrieben, dessen Ablauf wir nicht gutheißen. Deshalb haben wir die Sitzung am Mittwoch verlassen, die Diskussion belastet uns alle“ erzählt David Valentin.

Ein Beschluss muss schnellstmöglich her, da für den Kauf des 250.000 Euro-Objektes bislang nur eine Anzahlung geleistet werden konnte und der Besitzer, die Firma „Eagle Real“, die Gemeinde schadlos halten und Zinsen verlangen könnte.

Die Fraktionen beharren weiterhin auf ihren Standpunkten „wir wollen keinen Kampf, aber die Immobilie muss weg“ so Franz Buchta abschließend.