Bezirk Neusiedl: Schlug Papa zu?. Ein serbischer Staatsbürger soll seine Freundin vergewaltigt, Mädchen sexuell belästigt und Kinder geschlagen haben.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 21. September 2020 (05:35)
Schockierend. Einem 34-Jährigen werden mehrere Gewalttaten zur Last gelegt.
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Ein 34-jähriger serbischer Staatsbürger und seine 32-jährige Frau müssen sich wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht verantworten.

Der 34-Jährige war im Herbst des Vorjahres mit der 33-jährigen Gattin seines Bruders durchgebrannt und hatte sich nach einem kurzfristigen Aufenthalt in einer Pension in der Steiermark mit vier eigenen Kindern und vier Kindern seiner Geliebten in einer Ortschaft im Bezirk Neusiedl niedergelassen.

„Der erste Eindruck war schockierend“, berichtete eine ehemalige Nachbarin.

Ihrer Meinung nach habe die Großfamilie unter „abnormalen Lebensumständen“ gehaust, alles sei verdreckt gewesen, Mist sei herumgelegen, die Kinder seien blass gewesen und hätten sich einer ordinären Ausdrucksweise bedient.

„Einmal musste mein Partner die Polizei rufen, weil einer der Buben ihn um Hilfe gebeten hatte: Der Papa schlägt die Mama“, erzählte die Zeugin.

Mehrfach sei es in der Nachbarswohnung zu Polizeieinsätzen gekommen, einmal sei ihre Wohnungstür aufgebrochen gewesen, so die Zeugin.

Die Lebensgefährtin des Angeklagten habe auf sie einen verängstigten Eindruck gemacht und habe angedeutet, dass der 34-Jährige sie schlecht behandle und „kein guter Mensch“ sei.

Sechsmal Schwägerin vergewaltigt?

Laut Anklage soll der Serbe seine Schwägerin von 4. November bis zu seiner Festnahme am 6. Dezember 2019 unter Ohrfeigen zur Duldung des Beischlafes genötigt haben. Sechs Vergewaltigungen werden ihm vorgeworfen, einer dieser Übergriffe hatte eine Schwangerschaft zur Folge. Am 14. Jänner 2020 hat die Frau einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.

Bereits seit Oktober 2019 soll der Serbe Frau und Kinder geschlagen und getreten haben. Dabei soll er sich unter anderem eines Wischmopps, einer Metallstange und eines Ledergürtels bedient haben. Auch soll er seine Familie mit einer Axt bedroht haben.

Zwei seiner Töchter im Teenageralter soll der Mann nicht nur geschlagen, sondern auch sexuell missbraucht haben.

Der Gattin des Angeklagten wird vorgeworfen, sie habe ihre Kinder im Sommer 2019 durch Schläge verletzt. Beide bestreiten, Gewalttaten begangen zu haben.

Der 34-Jährige behauptete, seine Schwägerin führe einen Rachefeldzug gegen ihn, weil er zu seiner Frau zurückkehren habe wollen.

Eine 22-jährige Nichte bezeichnete den 34-Jährigen als „perfekten Vater“, ein Freund nannte ihn „nett“.

„Alle wissen, wie er ist, aber sie decken ihn“, sagte dazu das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer.

Verhaftet wurde der Serbe nach einem Vorfall am 6. Dezember 2019 in Wien, wo er in einem Verkaufskiosk mit nacktem Oberkörper und unter Alkoholeinfluss randaliert hatte.

Die Aussagen der Schwägerin und von sieben Kindern wurden auf Video aufgezeichnet. Acht dieser kontradiktorischen Einvernahmen liegen vor, vier wurden bereits gezeigt, danach wurde der Prozess vertagt.