Pama: Bankomat-Diebe mit Sprengstoff versorgt

Erstellt am 19. Februar 2022 | 05:31
Lesezeit: 3 Min
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Der 40-jährige Rumäne hatte in Moldawien Sprengstoff besorgt. In einem Fall wurde dieser tatsächlich zur Explosion gebracht. Jetzt wurde der Mann verurteilt.
Foto: Kirchmeir
Ein 40-jähriger Rumäne wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er an zwei Bankomat-Coups beteiligt war.
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Am 27. Februar 2019 platzierten Täter Sprengstoff im Ausgabeschlitz eines Bankomaten der Raiffeisenbank in Pama. Sie wollten diesen zünden und danach Geld aus dem Automaten entnehmen. Weil sich ein Auto näherte, brachen die Täter jedoch die Tathandlungen ab und flüchteten.

Am 22. Juli 2020 wurde in Fernitz bei Graz wieder an einem Bankomat hantiert. Diesmal zündeten die Täter den Sprengstoff aus sicherer Entfernung mit einer Moped-Batterie. Danach flüchteten sie mit der Beute von 155.420 Euro.

Sprengstoff in Moldawien besorgt

Am Dienstag dieser Woche stand jener Mann vor Gericht, der den Bankomat-Einbrechern in beiden Fällen den Sprengstoff geliefert hatte. Der 40-jährige Rumäne war im Oktober in seiner Heimat verhaftet worden und bekannte sich schuldig. Er sei aber nicht an den Tatorten anwesend gewesen.

„Wie kamen Sie zu diesem speziellen, hochexplosiven Sprengstoff?“, wollte Richterin Birgit Falb wissen. „Den kann man in der ganzen Welt besorgen“, antwortete der Angeklagte und gab als Bezugsquelle Moldawien an. Als der Bankomat in Fernitz in die Luft gejagt wurde, war die Polizei der Tätergruppe bereits auf den Fersen. Die rumänische Einbrecherbande hatte eine Vielzahl von Bankomatstandorten ausgekundschaftet und wurde seit Monaten observiert.

Somit klickten nur wenige Stunden nach dem Coup in Fernitz für sechs Verdächtige die Handschellen.

Geldscheine wurden von Alarmpaket eingefärbt

Die Beute, die durch ein Alarmpaket fast zur Gänze eingefärbt worden war, konnte beinahe vollständig sichergestellt werden. Der Sprengstofflieferant blieb im Hinblick auf den Bankomat-Coup in Fernitz vorerst unentdeckt. Er hatte von der Tat insofern profitiert, als dass ihm 4.000 Euro Schulden, die er bei zwei Mittätern hatte, erlassen wurden.

Schon 2017 war der Angeklagte in eine andere Bankomat-Sprengung verwickelt gewesen. Damals war ein Bankomat im Veranstaltungszentrum St. Pölten mit einem Gas-Sauerstoff-Gemisch zur Explosion gebracht worden.

Rumäne hatte bereits 2017 an Tat mitgewirkt

Der heute 40-jährige Rumäne wurde mit seinen Mittätern damals verhaftet und 2018 zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt.

„Können Sie das in Zukunft vielleicht einstellen?“, ermahnte die Richterin den Angeklagten.„Ich brauche das nicht“, antwortete dieser. Der Rumäne wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt. 4.000 Euro, seinen „Anteil“ an der Beute aus Fernitz, muss er an die Republik Österreich bezahlen.

Der Angeklagte nahm das Urteil an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

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