Anruferin entlockte Verkäuferin Geschenkkarten-Codes. Laut einer Aussendung der Polizei kam es am Montag in einer Supermarktfiliale in Winden am See (Bezirk Neusiedl) zu einem Telefonbetrug, durch den ein Schaden in der Höhe eines vierstelligen Eurobetrages entstand.

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 14. November 2018 (11:38)
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Der Trickbetrüger scheiterte kläglich
APA (dpa)

Die Angestellte des Geschäftes nahm einen Anruf entgegen, der vermeintlich von der Konzernzentrale stammte. Die Anruferin gab an, dass es seit geraumer Zeit zu Aktivierungsproblemen bei bestimmten Geschenkwertkarten bei Einkäufen im Internet gekommen sei. Diese müssten nun mit den jeweiligen Codes deaktiviert werden. Die Angestellte aktivierte daraufhin die Karten und gab die Codes an die Anruferin weiter.

Möglich wurde dieser Vorfall, weil die Betrügerin glaubhaft vortäuschte, aus der Konzernzentrale des Supermarktes anzurufen. Dies ist durch das sogenannte „Call – ID – Spoofing“ möglich. In einem solchen Fall wird durch den Anrufer eine falsche Identifikation übermittelt, sodass am Display des angerufenen Telefons eine beliebige Telefonnummer aufscheint.

Dieses Verfahren kam erstmals im Jahre 2004 zur Anwendung und ist verboten. Trotzdem gibt es eigene Anbieter für das Call-ID-Spoofing ("Spoofing-Dienste"), die die Möglichkeit zur Eingabe einer Nummer oder Information geben, die auf dem Display des Angerufenen angezeigt werden sollen. Diese Dienste sind in aller Regel kostenlos und mittlerweile sogar als App erhältlich.

Dazu gibt die Polizei einige Verhaltenshinweise:

  • Bei Anrufen vermeintlich offizieller Stellen, z. B. Richter, Polizeibeamte, Staatsanwälte, Verbraucherschützer oder Mitarbeiter von Rentenversicherungen, Banken oder bekannten Unternehmen, welche u. a. zur Zahlung von Geldbeträgen auffordern, sollte man skeptisch werden und nicht auf Forderungen eingehen.
  • Alle diese Behörden und Stellen fordern niemals telefonisch Geldzahlungen ein, fragen Kontodaten oder Passwörter ab oder verlangen Zugriff auf den Computer.
  • Im Zweifel sollte man nach solch einem Anruf bei der Behörde oder dem Unternehmen zurückrufen und nachfragen.
  • Wichtig ist außerdem, sich den Zeitpunkt des Anrufs, wichtige Details wie den Namen des Anrufers sowie die Kontonummer, auf die etwaige Geldforderungen überwiesen werden sollen, aufzuschreiben. Im Anschluss daran sollte man die Polizei verständigen.
  • Auch die Überprüfung der anrufenden Nummer in Form eines Rückrufes mittels eines zweiten Telefons während des Gesprächs ist empfehlenswert. Kommt kein Besetztzeichen, ist Vorsicht geboten, es könnte sich um einen Call-ID-Spoofing Anruf handeln.
  • Zudem sollte man es  generell vermeiden, persönliche oder sensible Informationen am Telefon weiterzugeben. Stattdessen sollte lieber ein persönliches Gespräch oder eine schriftliche Anfrage vereinbart werden, um sicher zu gehen.