300 Igel überwintern in Parndorf

Auf der Igelstation des Parndorfer Tierheims wird es eng: Claudia Herka überwintert heuer mehr als 300 der kleinen Wildtiere.

Paul Haider
Paul Haider Erstellt am 21. Dezember 2016 | 08:41
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Kein Haustier. Igel sind arbeitsintensiv, brauchen viel Platz und stinken. Daher mahnt die Leiterin des Parndorfer Tierheims: „Spielzeugtiere sind das keine!“
Foto: Paul Haider

Hunderte Igel haben derzeit wieder ihr Winterquartier im Parndorfer Tierheim bezogen. Schon seit elf Jahren überwintert Heimleiterin Claudia Herka die stacheligen Wildtiere auf ihrer Igelstation.

Heuer ist hier besonders viel los: Knapp 300 Tiere hat Claudia Herka für die kalte Jahreszeit aufgenommen, fünf bis sechs Monate lang bleiben sie hier.

Normalerweise überwintern 100 bis 150 Igel im Parndorfer Tierheim. Warum es heuer doppelt so viele sind, erklärt Claudia Herka im BVZ-Gespräch: „Das hat zwei Gründe. Der September war noch sehr warm, da sind sicherlich noch viele Igel zu spät auf die Welt gekommen. Außerdem kriege ich die Igel von ganz Wien, Niederösterreich und dem Burgenland, denn ich habe die einzige Igelstation in der Größenordnung.“

Heimleiterin: „Igel sind undankbare Tiere“

Tierheim Parndorf
Herzensangelegenheit. Schon seit elf Jahren bringt Claudia Herka in Parndorf Igel durch den Winter.
Paul Haider

99 Prozent der Igel werden laut Herka von Privatleuten gebracht, die die Tiere im Garten oder zufällig auf der Straße finden. Zum Teil werden sie auch von anderen Heimen und Tierschutzorganisationen gebracht, die die Igel nicht so gerne bei sich haben. „Grundsätzlich sind Igel undankbare Tiere weil sie enorm stinken, viel Mist machen und arbeitsintensiv sind. Außerdem brauchen sie viel Platz, und Platz ist in jedem Tierheim ein limitierender Faktor“, weiß Claudia Herka.

Für die Tierärztin ist ihre Station dennoch eine Herzensangelegenheit und sie ist entschlossen, alle 300 Igel wieder gut durch den Winter zu bringen.

Dabei ist alleine schon das Füttern mit einem großen Aufwand verbunden, wie Claudia Herka erzählt: „Grundsätzlich sind Igel Insektenfresser, aber für die Überwinterungsphase wäre es zu teuer nur Insekten zu füttern, deshalb füttern wir Katzenfutter. Da sind genau die Nährstoffe drin, die der Igel braucht. Kurz vor der Freilassung müssen wir das Futter wieder auf Insekten umstellen, damit die Igel nicht glauben, dass es mit dem Katzenfutter so weitergeht.“

"Im Frühjahr wieder freilassen"

Pro Tag bekommt jedes Tier ein Katzenfutterschälchen. Die 300 Schälchen, die so täglich für die Igelfütterung gebraucht werden, bezieht das Parndorfer Tierheim zum größten Teil aus Spenden.

Manche Leute überwintern Igel auch im Eigenheim. An jene Tierfreunde richtet Claudia Herka einen Appell: „Wer einen Igel in privater Hand überwintert, soll ihn bitte im Frühjahr, wenn es warm genug ist und es genügend Insekten gibt, wieder freilassen. Igel sind keine Haustiere und man soll sie nicht einsperren.“