Toter Seeadler gefunden. Die bedrohten Tiere sind selten zu sehen. Ein Windrad dürfte einem der raren Vögel zum Verhängnis geworden sein.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 07. August 2019 (03:53)
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Der tote Seeadler wog rund 4,5 Kilogramm. Einschusslöcher wurden nicht gefunden.
Halbritter

Einen sehr ungewöhnlichen Fund machten die Jäger im Revier II Mitte am Sonntag: Nur wenige Meter von Windrad Nr. 7 lag ein toter Seeadler. „Der Seeadler ist eine sehr bedrohte Art. Um so trauriger ist es, wenn ein totes Tier aufgefunden wird“, sagte Jagdleiter Herbert Halbritter gegenüber der BVZ.

Bis 2001 galt Österreichs Wappenvogel bei uns als ausgestorben. Nach langjährigen Anstrengungen im Artenschutz zeigt die Bestandskurve allerdings kontinuierlich nach oben. Laut WWF gibt es in Österreich derzeit 35 bis 40 Brutpaare, davon drei Brutpaare in Nordburgenland.

Trotz guter Erfolge durch das WWF-Artenschutzprojekt ist das Ziel, das Überleben des Seeadlers in Österreich dauerhaft zu sichern, noch nicht erreicht.

Deshalb wird jedes verendete Tier genauestens untersucht. „Wir haben das tote Tier sowohl bei der Polizei als auch bei der Naturschutzabteilung der Burgenländischen Landesregierung gemeldet. Nun wird das Tier am Institut der Veterinärmedizinischen Universität genau untersucht“, beschreibt Aufsichtsjäger Eduard Fiegweil. Es gehe darum, die Todesursache festzustellen.

Laut Christian Pichler, WWF Projektleiter, würden illegale Abschüsse und Vergiftungen eine laufende Gefahr und die größte Bedrohung für die Greifvögel darstellen.

Im Fall des in Neusiedl gefundenen Seeadlers dürfte die Ursache allerdings eine andere sein. Einschüsse seien keine gefunden worden, so Fiegweil. Die Vermutung liege nahe, dass der Seeadler in ein Windrad geflogen sei.