Parndorf drohen 4.500 Lkw mehr pro Tag

Gemeinde Parndorf, Bürger und politische Parteien stellen sich gegen das geplante Transsib-Verladeterminal: Eine Verdoppelung des Lkw-Verkehrs wird befürchtet.

Erstellt am 25. April 2018 | 06:12
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Gigantisches Ausmaß. Diese Grafik zeigt zwei mögliche Varianten des Verladeterminals. Foto: zVg/Gemeinde Parndorf
Foto: zVg/Gemeinde Parndorf

Gegen das Verladeterminal der Transsibirischen Eisenbahn, für das Parndorf als wahrscheinlicher Standort gilt, bildet sich eine immer breiter werdende Protest-Front.

Derzeit formiert sich in Parndorf eine Bürgerinitiative gegen das geplante Mega-Projekt. Die dazugehörige Facebook-Seite „Stop der Breitspurbahn“ konnte innerhalb weniger Tage bereits mehr als 500 „Likes“ generieren (Stand: Montag).

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Projekt „ist zu groß für die Region“

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) hat in der Vorwoche Briefe an 20 Umlands-Gemeinden verschickt, in denen er Ortschefs und Gemeinderäte um Unterstützung im Kampf gegen die Bahnhofs-Pläne ersucht.

Und auch die politischen Parteien SPÖ, ÖVP und Grüne haben sich in den vergangenen Tagen gegen den Transsib-Bahnhof ausgesprochen.

So lässt etwa ÖVP-Bezirksparteiobmann Rudolf Strommer in einer Aussendung wissen: „Dieses gewaltige Projekt ist zu groß für die Region, die mit Windrädern, Outlet-Center, Großkino, Ost-West-Verkehr auf der A4 und A6 schon extrem stark belastet ist. Die gesamte Infrastruktur ist durch den voraussichtlich stark steigenden Lkw-Verkehr absolut nicht danach ausgelegt. Der Bezirk Neusiedl am See glänzt durch hervorragende Tourismuszahlen, diese sind massiv gefährdet“.

Kovacs: „Jede Möglichkeit nutzen!“

Parndorfs Ortschef Wolfgang Kovacs hat der BVZ am Wochenende von weiteren brisanten und bisher unbekannten Details über das Projekt berichtet: „Bisher war seitens der ÖBB von rund 600 Lkw am Tag die Rede, die beim Bahnhof Container aufladen würden. Ich habe jetzt aber einen Bericht der ASFINAG gesehen, in dem von 4.500 Lkw täglich die Rede ist. Damit würde sich der Schwerverkehr in der Region verdoppeln!“

Kovacs erneuert im BVZ-Gespräch weiters seine Ankündigung, mit allen Mitteln gegen den Verladebahnhof kämpfen zu wollen: „Wir werden jede Möglichkeit nutzen, das Projekt zu blockieren, zu verzögern und so einzudämmen, dass gar nichts mehr geht. Für Betriebe, die sich beim Bahnhof ansiedeln wollen, werden wir keinen Quadratmeter Gewerbegebiet widmen lassen. Die Bürgerinitiative wird auch nicht lange auf sich warten lassen und ich schließe nicht aus, dass wir in ein paar Wochen zum Protestieren auf der Straße sein werden.“