Unterricht mit neuen Herausforderungen in der Neusiedler Mittelschule

Erstellt am 31. März 2022 | 05:18
Lesezeit: 3 Min
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In der Deutsch-Förderklasse der Neusiedler Mittelschule bekommen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler 15 Stunden in der Woche Sprachunterricht.
Foto: Neusiedler Sportmittelschule
Elf ukrainische Kinder gehen bereits in die Neusiedler Sportmittelschule.
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105 Kriegsvertriebene aus der Ukraine haben laut Bürgermeisterin Elisabeth Böhm bereits eine Unterkunft in der Stadt gefunden. Für einige ukrainische Kinder hat auch schon der Alltag im Kindergarten und in der Schule begonnen. Fünf Kinder gehen etwa in den Kindergarten, jeweils drei Kinder besuchen die Tabor-Volksschule und die Klostervolksschule, sieben das Gymnasium. Gleich elf Jugendliche im Alter zwischen 11 und 14 Jahren nehmen am Unterricht der Neusiedler Mittelschule teil. Im gesamten Bundesland sind es bereits 251 ukrainische Schülerinnen und Schüler, im Neusiedler Bezirk 82. Neben den zusätzlichen organisatorischen Aufgaben, die die Schulleiterinnen und Schulleiter durch die Corona-Pandemie bewältigen müssen, kommen nun neue Herausforderungen auf sie zu.

„Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Regionen der Ukraine und haben ganz unterschiedliche Schulbiografien“
NMS-Direktorin Margit Luisser

„Die Jugendlichen kommen aus unterschiedlichen Regionen der Ukraine und haben ganz unterschiedliche Schulbiografien“, erzählt NMS-Direktorin Margit Luisser. Die Kinder seien in Bezug auf den individuellen Leistungsstand wie auch auf ihre soziale Herkunft und ihre persönlichen Erfahrungen mit den aktuellen Ereignissen in ihrem Heimatland höchst unterschiedlich. Eine besondere Schwierigkeit ergibt sich durch die Sprache.

Hilfe hat man in der Neusiedler Mittelschule von der Bildungsdirektion bekommen. „Uns wurde sehr kurzfristig Personal und ein Stundenkontingent für die Führung einer Deutsch-Förderklasse zur Verfügung gestellt“, freut sich Luisser. Somit könne sowohl das Erlernen der deutschen Sprache als auch die rasche Einbindung in das österreichische Schulsystem ermöglicht werden.

Pädagogin Patricia Koch betreut die Deutsch-Förderklasse in einem Ausmaß von 15 Wochenstunden. Den Rest der Unterrichtszeit verbringen die ukrainischen Schülerinnen und Schüler in den ihnen zugewiesenen Klassen. Teilweise werden sie auch dort von zusätzlichen Lehrpersonen unterstützt. Die Unterstützung der Mitschülerinnen und Mitschüler im Klassenverband ist jedenfalls laut Luisser „überwältigend“. Und das, obwohl für das Lehrerteam kaum Zeit für eine entsprechende Vorbereitung und Sensibilisierung blieb.

Die einzelnen Klassen setzen sich in der NMS nun aber intensiv mit dem Thema Frieden auseinander. Dies ist an einer Friedenswand, unzähligen Friedenstauben aus Papier sowie dem überdimensionalen Friedenszeichen, das in der Aula der Schule aufgehängt wurde, gut sichtbar.

 „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich schnellstmöglich integrieren und gezielte Sprachförderung erhalten“
Bildungsdirektor Heinz Zitz

In der Bildungsdirektion ist man auf die Herausforderungen gut vorbereitet, versichert man auf BVZ-Anfrage. „Wir aktivieren wieder  unsere Netzwerke mit anderen Institutionen, um den Schulen bestmöglichen Support anbieten zu können. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich schnellstmöglich integrieren und gezielte Sprachförderung erhalten“, so Bildungsdirektor Heinz Zitz. Er weiß, dass die Herausforderungen durch den stetig wachsenden Anstieg an vertriebenen Kindern aus der Ukraine zunehmen und der Bedarf an zusätzlichen Lehrkräften steigt. „So wie in den anderen Bundesländern, auch im Burgenland. Es ist nicht einfach, schnell jemanden zu finden. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir mit Hilfe unserer engagierten Pädagoginnen und Pädagogen auch diese Herausforderung meistern werden.“

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