Neudorf und Tadten: Willkommenskultur auf burgenländisch anno 2022

Erstellt am 28. April 2022 | 05:16
Lesezeit: 3 Min
Bürgermeister Karel Lentsch hieß die ukrainischen Kriegsflüchtlinge mit einer Kennenlerntour herzlich willkommen.
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Aufgrund des Ukrainekriegs befinden sich derzeit viele auf der Flucht und haben in unserem Bezirk eine Unterkunft gefunden. Der Neudorfer Bürgermeister Karel Lentsch lud deshalb letzten Freitag die neuesten Bewohner seiner Gemeinde zu einer Kennenlerntour durch den Ort ein. Elf Personen fanden sich dafür vor dem Gemeindeamt ein.

Die Flüchtlinge kennen zwar schon die ersten essenziellen Begriffe wie „Bitte“, „Danke“, aber auch „Servus“ und „Prost“, verständigen sich im Alltag jedoch hauptsächlich mithilfe von Apps.

Für die Verständigung bei der Tour mit dem Bürgermeister sorgte aber Alona. Sie ist selbst Ukrainerin, hat ihren Lebensgefährten, den gebürtigen Wiener und Wahl-Neudorfer Max, in Bayern kennengelernt und spricht als einzige in der Gruppe sowohl Deutsch als auch Ukrainisch. Dank ihrer Übersetzungsarbeit gelang die Verständigung.

Weite Reisen und hilfsbereite Freiwillige

„Als der Krieg ausgebrochen ist, sind wir sofort losgefahren“, erzählt Max. Sie holten Alonas Mutter und kleine Schwester aus der Ukraine mit dem Auto. Zu viert leben sie aktuell in einem Haus in Neudorf. Auch die anderen machten sich innerhalb der ersten Tage des Kriegsausbruchs auf den Weg.

Karina und ihre sechsjährige Tochter Vera flohen mit dem Zug von Kharkiv, das nur 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt, in den Westen, nach Uschgorod. Freiwillige brachten sie dann nach Österreich. Andere flohen aus Kiew über Polen nach Wien und fanden dann in Neudorf eine Unterkunft.

„Es ist unvorstellbar, dass mitten in Europa Krieg herrscht. Niemand weiß, wie lange sie Vertriebene sein werden. Sicher ist aber: Sie brauchen eine freundliche Umgebung und positive Erlebnisse“, meint Bürgermeister Karel Lentsch.

Zu Beginn der Kennenlerntor wurde die ausschließlich aus Frauen und Kindern bestehende Flüchtlingsgruppe von Pfarrer Franz Borenitsch in Empfang genommen. Dieser hatte für die Kinder Schokoosterhasen und unterhielt sich mit den Geflohenen über die Situation in der Ukraine.

Weitere Plätze, die sie besuchten, waren die Feuerwehr, das Sozialzentrum, die Veranstaltungshalle, der Bahnhof, der Sportplatz, der Spielplatz und zu guter Letzt der Heurige Belihart. Dort lud sie der Bürgermeister zu einem gemütlichen Abendessen und einem Glas Wein ein. 

Besonders viel Spaß hatten die Kinder und auch die Erwachsenen mit dem „Wuzler“ im Jugendzentrum. Für den Transport sorgte Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Markus Varga und auch mit von der Partie war Gemeindefotograf Wilfried Blaschnek. 

Willkommensstimmung im ganzen Bezirk

Auch in anderen Gemeinden bemüht man sich um freundliche Integration und ein Kennenlernen mit den ukrainischen Kriegsflüchtlingen. Anlässlich des orthodoxen Osterfests lud etwa der Tadtener Bürgermeister Willi Goldenits Flüchtlinge und deren Gastfamilien zu einem Mittagessen ein.

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