„Breitspurbahn ist Geschichte“: Jubel in der Region Neusiedl/Bruck

Erstellt am 19. Mai 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
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Die Breitspurbahn dürfte nun endgültig vom Tisch sein.
Foto: ÖBB/David Payr
ÖBB steigt aus der Planungsgesellschaft aus. Werden die Anteile nicht übernommen, soll die Gesellschaft liquidiert werden. Jubel in der Region.
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Die ÖBB dürften den Plänen für die Verlängerung der Breitspurbahn bis in unsere Region nun ein endgültiges Ende setzen. Die Bundesbahnen haben „alle Aktivitäten in Zusammenhang mit der Breitspur Planungsgesellschaft mbH (BPG) ausgesetzt“, heißt es dazu auf Anfrage.

Bestätigung von „Presse“-Bericht aus der Vorwoche

Grund für den Rückzieher ist der Russland-Ukraine-Krieg. „Aufgrund der nicht vorhersehbaren Entwicklungen“ habe man sich im April entschieden, die BPG zu verlassen. Die ÖBB halten 27,7 Prozent der Anteile an der Planungsgesellschaft.

Damit bestätigt man einen „Presse“-Bericht aus der Vorwoche, wonach die ÖBB aus der Projektgesellschaft aussteigen Wird ihr Anteil nicht übernommen, löst sich die BPG auf. Das Projekt hat im Brucker Bezirk viel Staub aufgewirbelt und jede Menge Gegner auf den Plan gerufen.

Schließlich war geplant, einen riesigen Güterterminal zu errichten. Letzten Informationen zufolge hätte das Warenumschlagszentrum im Raum Himberg entstehen sollen. Dadurch wurden massive Belastungen befürchtet, vor allem durch den Weitertransport der Güter per Lkw.

Neben den ÖBB sind an der Projektgesellschaft auch die Staatsbahnen der Slowakei, der Ukraine und die russische Post beteiligt. Sie hätten gemäß Gesellschaftsvertrag vier Wochen Zeit, die Anteile der ÖBB zu übernehmen. Wenn das nicht geschieht, wovon man bei den ÖBB laut „Die Presse“ ausgehe, soll die Planungsgesellschaft bis Ende des Jahres liquidiert werden.

Schon zuvor hatte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) nach der „Strategischen Prüfung Verkehr“ bekannt gegeben, dass das Projekt auf österreichischer Seite so lange nicht weiterverfolgt werde, solange es auf slowakischer Seite keinen Projektfortschritt gebe, was in absehbarer Zeit nicht der Fall sei.

Im Bezirk reagiert man auf die Nachricht mit Jubel. „Damit ist der Ausbau der Breitspurbahn in Österreich Geschichte“, sagt der Golser Fritz Radlspäck, gemeinsam mit Wolfgang Daniel aus Parndorf Sprecher der „Bürgerinitiative gegen die Breitspurbahn“.

„Haben uns überparteilich seit Jahren gegen Ausbau gestemmt“

Radlspäck betont: „Wir haben uns überparteilich seit Jahren gegen den Ausbau der Breitspurbahn in Österreich und in unserer Region gestemmt. Vor allem die Bezirke Neusiedl am See und Bruck an der Leitha wären massiv betroffen gewesen.“

Auf politischer Ebene zeigt sich besonders die SPÖ, die mit Vehemenz gegen das Projekt aufgetreten war, nun hocherfreut.

Gerhard Weil, sozialdemokratischer Bürgermeister in Bruck an der Leitha, betont: „Es hätte einen sehr großen Teil unserer Fläche verbaut, sofern es in die Ostregion gekommen wäre.“ Er sei von Beginn an gegen das Projekt gewesen, da es „ein großer Logistikhub ohne nachhaltige Arbeitsplätze für die Stadt geworden wäre“.

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