Golser Winzer: Wie Weinbau nachhaltig betrieben wird

Erstellt am 03. Juli 2022 | 05:59
Lesezeit: 2 Min
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Matthias Allacher behandelt Reben mit Baumteer statt Fungiziden.
Foto: Gottfried
Nachhaltigkeit ist vor allem in der Landwirtschaft eine Tugend. Darum suchen Winzer und Forscher nach immer sanfteren Wegen Pflanzen zu schützen.
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Winzer Matthias Allacher aus Gols hat sich bereits seit vielen Jahren dem umweltverträglichen Weinbau gewidmet. Gegen den vermehrt auftretenden Pilz „Esca“ hat der Weinbauer ein natürliches Mittel gefunden. Anstatt aggressive Fungizide zu verwenden, behandelt er seine Weinreben mit Baumteer.

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Techniker Franz Bauer und Dietmar Wippel mit einem der Messgeräte.
Foto: zVg/ClimVino.eu

Getestet hat der Biobauer das Mittel zuerst an seinem Sauvignon Blanc. Dieser ist besonders „haglich“ konnte aber vor dem Schädling bewahrt werden. Nun setzt er das Naturmittel auch großflächiger für seinen Blaufränkisch ein.

Der Pilz wächst innerhalb der Pflanze und verursacht gelbe Flecken. Wenn man den Rebschnitt mit dem Baumteer bestreicht, stoppt dies das schädliche Verhalten des Pilzes. Der Prozess muss alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden. Ein effizientes Fungizid hätte 700 Euro pro Hektar gekostet. Der Baumteer kostet nur einen Bruchteil davon und ist in Baumärkten erhältlich.

„Weinkrankheiten kennen keine Grenzen“

Das Forschungsprojekt ClimVino wiederum hat 2019 50 Messstationen in burgenländischen und slowakischen Weingärten installiert. Diese liefern viertelstündliche Werte zu Luft- und Blattfeuchte, Temperatur und Niederschlag. Durch das EU-geförderte Projekt soll der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln langfristig reduziert werden.

Am 7. Juni lud die Projektleitung zu einer Ergebnispräsentation in Eisenstadt ein. „Die Winzer nehmen die Messdaten der erstmalig 2020 aufgestellten Stationen sehr gut an“, erklärt Dietmar Wippel von ClimVino. Eine Reduktion der Pflanzenschutzmittel um mehr als 50 Prozent gilt bei Experten durch dieses Vorgehen als durchaus erreichbar. Die Messungen laufen noch bis Oktober und können auf www.climvino.eu eingesehen werden.

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