Kein „Corona-50er“ für Apetlon. Bürgermeister Payer und die ÖVP lehnen den SPÖ-Vorschlag für einen 50 Euro- Gutschein nach Illmitzer Vorbild ab.

Von Paul Haider. Erstellt am 04. September 2020 (05:13)
Abgelehnt: ÖVP-Bürgermeister Ronald Payer sieht keinen Bedarf für eine Förderung nach dem „Gießkannenprinzip“.
Enttäuscht: SPÖ-Vizebürgermeisterin Silvia Pitzl wollte einen 50 Euro-Gutschein für alle Apetloner Haushalte durchsetzen (rechts).
zVg/ SPÖ/Archiv

Die Corona-Krise hat auch im Seewinkel viele Betriebe hart getroffen. Einige Gemeinden haben deshalb, zusätzlich zu den Hilfspaketen von Bund und Land, eigene Initiativen ergriffen, um die Wirtschaft im eigenen Ort zu fördern.

In Illmitz haben im Juni etwa alle Haushalte einen 50 Euro- Gutschein erhalten, der bei ortsansässigen Betrieben eingelöst werden konnte.

Die Apetloner SPÖ-Fraktion wollte sich an dieser Maßnahme der Nachbargemeinde ein Beispiel nehmen und hat im Gemeinderat einen Antrag auf Umsetzung eines „Corona Fünfzigers“ für alle Apetloner Haushalte eingebracht.

In der Gemeinderatssitzung vom 26. August wurde dieser Antrag von der Bürgermeisterpartei ÖVP abgelehnt, was Vizebürgermeisterin Silvia Pitzl (SPÖ) im Gespräch mit der BVZ bedauert: „Das ist sehr schade, denn es wäre sowohl für die Apetlonerinnen und Apetloner als auch für die Betriebe super gewesen. Wir haben eine Krise und 50 Euro wären für Arbeitslose und Alleinstehende schon eine gute Unterstützung. Im Tourismus gibt es einen positiven Trend und die Wirten sind zufrieden, aber was hat ein Friseur oder eine Schneiderin davon?“ Bei rund 1.000 Haushalten in Apetlon hätte der 50 Euro-Gutschein der Gemeinde circa 50.000 Euro gekostet.

Bürgermeister Ronald Payer erklärt gegenüber der BVZ, warum sich die ÖVP gegen die Maßnahme entschieden hat: „Diese 50.000 Euro sind in keinster Weise im Budget vorgesehen. Außerdem glauben wir nicht, dass im Gießkannenprinzip Geld zu verteilen zur Wirtschaftsförderung beiträgt.“

In Apetlon habe sich zudem im Sommer ein sehr positiver wirtschaftlicher Trend gezeigt, wie der Ortschef ausführt: „Im Juli haben wir ein Nächtigungsplus von 23 Prozent gehabt, was sehr erfreulich ist. Alle Betriebe, mit denen ich gesprochen habe, sehen die Lage positiv. Da sehe ich seitens der Gemeinde keinen Bedarf für finanzielle Förderungen nach dem Gießkannenprinzip“, meint Bürgermeister Payer.