Parndorf will LKW verbannen. Schottertransporte sollen künftig nicht mehr durch die Ortschaft führen. Pläne für eine Umfahrung gibt es bereits.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Juni 2021 (06:25)
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Durch ein neues örtliches Verkehrskonzept konnte der LKW-Verkehr durch den Ort bereits reduziert werden. Eine Umfahrung soll eine weitere Entlastung bringen.
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Die Gemeinde kann erste Erfolge im Kampf gegen die enorme Verkehrsbelastung verzeichnen. Das örtliche Verkehrskonzept, das vor etwa einem Jahr zur Umsetzung kam, trägt Früchte. Eine weitere Entlastung soll nun ein regionales Verkehrskonzept bringen, in dem Umlandgemeinden, Betriebe und das Land Burgenland involviert sind.

Das Thema Verkehr ist im Ort seit Jahrzehnten mit Problemen behaftet. Bei einer Verkehrszählung im Jahr 2016 wurden zu Spitzenzeiten 13.000 Fahrzeuge täglich im Ortsgebiet gezählt, über 900 davon LKW. Begründet ist das hohe Verkehrsaufkommen unter anderem durch die vielen Schottergruben rund um das Gemeindegebiet. Schottertransporte durch Parndorf sind demnach keine Seltenheit, konnten aber durch das neue örtliche Verkehrskonzept reduziert werden. Dessen Ziel sei es, den Verkehr schnellstmöglich auf die Autobahn zu leiten, erklärt Bürgermeister Wolfgang Kovacs. „Die Verkehrstafeln sind seit einem Jahr aufgestellt und wer sich nicht daran hält, wird gestraft“, so der Ortschef, der bereits eine spürbare Verkehrsentlastung ortet: „Viele LKW-Fahrer sind quer durch den Ort gefahren, um sich Zeit, Weg oder Autobahnmaut zu sparen. Geschätzte 90 Prozent halten sich nun aber an die Verkehrsregeln und meiden das Ortsgebiet.“

Umfahrung mit Anbindung an die A4

Einen Knotenpunkt gebe es aber weiterhin am Heidehofweg, und um diesen zu lösen, soll ein regionales Verkehrskonzept zum Tragen kommen, in welches auch andere betroffene Gemeinden involviert sind.

Einen Vorschlag, wie das gelingen kann, hat das Land Burgenland bereits ausgearbeitet. Demnach soll ein Schotterweg, der momentan hauptsächlich als Verbindungsweg von Neusiedl nach Parndorf von Radfahrern genutzt wird, ausgebaut und asphaltiert werden. Diese Umfahrung soll mit einem Zubringer und einer Ampelregelung in den Kreisverkehr beim Pado-Einkaufszentrum eingebunden werden und somit auf die Autobahn führen. Geplant sei, dass betroffene Gemeinden, Transportbetriebe und das Land Burgenland die Kosten gemeinsam übernehmen. „Die Gemeinden müssen sich nun deklarieren und Grundsatzbeschlüsse fassen. Wer schließlich beim regionalen Verkehrskonzept dabei ist, sollten wir Ende Juni wissen“, sagt Bürgermeister Kovacs. Die Gesamtkosten schätzt er auf 600.000 Euro.