Spitalsbau in Gols: Option auf 22 Grundstücke. Das Land Burgenland hat sich 82.000 Quadratmeter für ein neues Krankenhaus in Gols gesichert.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 11. März 2020 (05:10)
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Das Krankenhaus soll auf einem Grundstück zwischen Weiden und Gols an der B50 gebaut werden.
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Ein Schritt in Richtung eines neuen Krankenhauses ist der Landesregierung in den letzten Tagen gelungen: Mit den Eigentümern der für den Spitalsbau vorgesehenen Grundstücke wurden Optionsverträge für den Ankauf durch das Land abgeschlossen, gab Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gemeinsam mit dem Landes-Projektverantwortlichen Heinz Fellner und dem Golser Vizebürgermeister Hans Hackstock bekannt. Der dabei präsentierte Stufenplan sieht als nächste Schritte das Umwidmungsverfahren und die Zielplanung durch die Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H. (KRAGES) vor.

Der Baustart ist laut Doskozil für spätestens 2026 geplant, spätestens 2030 soll das Krankenhaus in Betrieb gehen: „Für mich ist wichtig, dass wir alle folgenden Schritte genauso zügig weitergehen, wie wir begonnen haben. Dann ist auch eine frühere Inbetriebnahme des Krankenhauses nicht ausgeschlossen“, so der Landeshauptmann.

Verkehrsanbindung ausschlaggebend

Das nun gesicherte Grundstück liegt zwischen Gols und Weiden, direkt am Autobahnzubringer/Kreisverkehr zur A4 und an der B50 und in unmittelbarer Nähe zur Bahn. Das Krankenhaus werde von jedem Ort im definierten Einzugsgebiet des Nordburgenlandes innerhalb von 30 Minuten erreichbar sein, so Doskozil. Die Anbindungsmöglichkeiten im Verkehrsbereich seien jedenfalls optimal.

Das gesamte Areal umfasst etwa 82.000 Quadratmeter, die den Grundstückseignern durch das Land abgelöst werden. Mit 22 privaten Eigentümern wurden Optionsverträge über drei Jahre für den Kauf abgeschlossen. Die auf drei Jahre lautende Kaufoption werde nach Abschluss der nötigen Verfahren gezogen werden, so der Landeshauptmann: „Ziel ist, dass wir den tatsächlichen Ankauf und die Umwidmung noch heuer realisieren.“

Den geplanten Neubau im Herzen des Bezirks befürwortet auch die ÖVP, mit der Standortwahl sind dessen Vertreter allerdings nicht glücklich. „Wieso man ausgerechnet einen Standort in einem Natura 2000 Gebiet in Betracht zieht, ist für uns nicht nachvollziehbar“, fragen die Landtagsabgeordneten Markus Ulram und Gerald Handig.

Das Grundstück liege außerhalb des Landschaftsschutzgebietes Neusiedler See und der Welterbe-Kernzone, am Rand eines Natura 2000-Gebietes, erläutert Doskozil. Viele private oder touristische Objekte in der Region lägen indes in geschützten Gebieten. „Beim Krankenhaus handelt es sich aber um ein Projekt von öffentlichem Interesse.“ Die erforderlichen umwelt- und naturschutzrechtlichen Anliegen würden berücksichtigt und einbezogen werden. Eine an der Grundstücksgrenze vorbeiführende 110 kV-Leitung werde von der Netz Burgenland umgeleitet und unterirdisch verlegt.

Nächster Schritt ist Grundsatzbeschluss

Der Stufenplan sieht nun die Erstellung von Bodengutachten vor, in einem nächsten Schritt soll das Umwidmungsverfahren des derzeit als Grünland/landwirtschaftlich genutzte Fläche gewidmeten Grundstücks folgen.

Laut Masterplan wird das Krankenhaus Gols als Standardspital, vergleichbar mit dem Krankenkaus Oberpullendorf, ausgelegt und eine 24/7-Basisversorgung gewährleisten - unter anderem mit einer Internen Abteilung inklusive Intensivüberwachung und Akutambulanz sowie einer Reihe von Termin-Ambulanzen von Montag bis Freitag, weiters auch mit einer Akut-Geriatrie und Remobilisation für das Nordburgenland.

Noch im März will der Gemeinderat von Gols einen Grundsatzbeschluss zum Spitalprojekt fassen und das Umwidmungsverfahren einleiten.