Seeadler als beliebte Wintertouristen. Einer der größten Adler Europas überwintert jedes Jahr in Regionen des Bezirks. 50 Artgenossen wurden heuer gezählt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 15. April 2018 (04:54)
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Vinzenz Waba

Rund fünfzig Seeadler verbrachten den heurigen Winter im Burgenland. Dabei handelte es sich zum Großteil um Wintergäste aus Nord- und Osteuropa. 31 Seeadler überwinterten auf der Parndorfer Platte, vierzehn im Seewinkel (inklusive Grenzgebiet zu Ungarn) und acht im Bereich Südburgenland (plus der Ost-Steiermark). Insgesamt zählte man 155 Seeadler in Österreich (siehe Infobox) - etwa 30 Brutpaare sind hier ganzjährig heimisch.

„Die erfreulichen Bestandszahlen unterstreichen einmal mehr die große Bedeutung intakter Tieflandflüsse, Auen und Wälder für unsere bedrohten Arten. Seeadler brauchen Nahrungsgewässer mit Fischen und Wasservögeln sowie ruhige Bereiche mit zusammenhängenden alten Baumbeständen, wo sie vom Menschen ungestört brüten können“, so die Vertreter von WWF, BirdLife und Nationalpark Donau-Auen.

Vogelkundler und Freiwillige zählten

Für die Datenerhebung verteilten sich an die fünfzig Vogelkundler und freiwillige Helfer an zwei Jänner-Wochenenden in Seeadlergebieten. Dort positionierten sie sich an Aussichtspunkten oder schritten die Gebiete systematisch ab. „Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden anhand einer Checkliste Zeitpunkt, Ort, Flugrichtung und individuelle Merkmale wie die Altersklasse unterschieden“, erklärt Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. „Zudem stehen die Zähler permanent über Mobiltelefone in Kontakt, um sich etwa über Flugwege der Adler auszutauschen.“

Mittlerweile hat die Brutsaison für die ansässigen Adler begonnen. „38 Tage lang wird gebrütet. In einigen Tagen werden die Küken schlüpfen“, erzählt Alois Lang vom Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel. 2017 sind in Österreich 26 Seeadlerküken geschlüpft.

Österreichs Wappenvogel

Der imposante Seeadler – Österreichs Wappenvogel – gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 230 Zentimetern zu den größten Adlern Europas. Nach seiner Ausrottung war er jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. Nach gesamteuropäischen Artenschutzbemühungen ist er wieder als Brutvogel nach Niederösterreich, ins Burgenland sowie in die Steiermark zurückgekehrt und steht unter strengem Schutz.