Gym: Nachfrage im Bezirk Neusiedl steigend. Im Neusiedler Bezirk sind die Schülerzahlen bei den Schulanfängern in den NMS rückläufig, dagegen platzt das Gymnasium fast aus allen Nähten.

Von Alexandra Gollubics-Prath, Birgit Böhm-Ritter und Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 15. März 2019 (05:03)
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Symbolbild

Österreichweit ist ein Run auf die Gymnasien zu beobachten. Vor allem in urbanen Gebieten, wo es ein größeres Angebot an AHS-Standorten gibt, ist dieser Trend sichtbar. Die BVZ hat sich im Burgenland und insbesondere im Bezirk Neusiedl umgesehen und nachgefragt, wie sich die Schülerzahlen der AHS und NMS im Schuljahr 2019/20 hier verhalten.

Zitz: Kein Trend weg von den NMS

Burgenlandweit verzeichnen für das kommende Schuljahr vor allem die NMS deutliche Rückgänge bei den Anmeldungen. Insgesamt beginnen 2019/20 nach derzeitigem Stand 1.575 Schülerinnen und Schüler an den heimischen NMS, was ein Minus von 170 Kindern bedeutet.

Einen Trend weg von den NMS will Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz daraus aber nicht erkennen: „Die vorläufigen Schülerzahlen zeigen einmal mehr, dass der Trend in der Unterstufe mit zwei Drittel NMS- zu einem Drittel AHS-Schülerinnen und Schülern weiter anhält. Für das kommende Schuljahr ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler im burgenländischen Schulwesen insgesamt etwas rückläufig. Dies hat auch mit geburtenschwächeren Jahrgängen zu tun und ist regional unterschiedlich.“

Vergleichsweise „milde“ fällt dagegen freilich der Rückgang an AHS-Schulanfängern mit einem Gesamtminus von 39 Anmeldungen aus. Einen Zuwachs konnten nur zwei Standorte verbuchen, Oberpullendorf mit einer Anmeldung mehr als im laufenden Schuljahr und vor allem der Bezirk Neusiedl mit plus 13 Schülerinnen und Schülern.

Die Nachfrage an Plätzen im Neusiedler Gymnasium spiegelt den österreichweiten Trend wider und steigt von Jahr zu Jahr.

Volle Klassen im Gymnasium

Trotzdem gibt es jedes Jahr nicht mehr als sechs erste Klassen. Auch im kommenden Schuljahr nicht, obwohl 13 Kinder mehr aufgenommen werden. „Aus räumlichen Gründen sind nicht mehr Klassen möglich. Um nicht Schüler, die die Eignung für das Gymnasium haben, abweisen zu müssen, werden diese Klassen im kommenden Schuljahr sehr voll sein. Mehr als 30 Schüler pro Klasse“, sagt Direktor Walter Roth. Dabei würden Schüler von außerhalb des Bezirkes ohnehin nicht mehr aufgenommen werden.

Warum die Nachfrage auf Plätze im Gymnasium Neusiedl jedes Jahr steigt, weiß Roth zu begründen. „Erstens schätzen die Eltern offenbar die erfolgreiche Arbeit an dieser Schule. Zweitens ist der Zuwachs an Bewohnern im Bezirk groß und drittens spiegelt es den allgemeinen Trend wider.“

Die Zahl der Schulanfänger in den Neuen Mittelschulen des Bezirkes sinkt übrigens. 35 Anmeldungen weniger sind für September eingegangen (2018/19: 348; 2019/20: 313).

Die neue Bildungslandesrätin Daniela Winkler (SPÖ) verweist ebenfalls auf die schwächeren Geburtenjahrgänge, betont aber: „Der Standard und die Qualität an den NMS im Burgenland ist österreichweit überdurchschnittlich hoch, was die guten Bildungsstandard-Ergebnisse beweisen. Hier liegt das Burgenland unter allen Bundesländern im Spitzenfeld.“