Künstler Michael Baumer: „Mit dem Pinsel geboren“. Der Wahl-Neusiedler Michael Baumer hat sich der Kunst verschrieben. Seine Werke sind ab 12. März im Weinwerk zu sehen.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 16. Februar 2020 (06:19)
Freie Kunst.Baumer in seinem Atelier am Friedrichshof.
Böhm-Ritter

„Beim Malen bin ich am ehesten in der Realität daheim. Ich verliere mich im Bild und bin mit mir selbst“, so beschreibt Michael Baumer seine Faszination an der Kunst.

Farbe und Pinsel gehörten von klein auf zu ihm, wie der Schnee zum Winter. Seine Motive wählt er sehr unterschiedlich aus, „sie sind aber meistens sehr gegenständlich. Wenn ich mir vornehme, rein abstrakt zu malen, kommt am Ende trotzdem ein Gegenstand raus. Das ist ärgerlich, aber damit muss ich mich abfinden.“

Seinen Gedanken und Gefühlen kann der Wahl-Neusiedler Michael Baumer am besten malend Ausdruck verleihen.
Böhm-Ritter

Baumer nimmt’s mit Humor. Im Mittelpunkt seiner nächsten Ausstellung im Weinwerk Burgenland stehen Bäume. Ganz in der Tradition seines Namens. Die Vernissage steht am 12. März um 19 Uhr am Programm.

Ungeplant nach Neusiedl verschlagen

Den gebürtigen Steirer hat es ungeplant und recht überraschend 2008 nach Neusiedl verschlagen. Eigentlich wollte er sich in Warschau als freischaffender Künstler eine Existenz aufbauen, wo er schon einige Monate im Rahmen eines Kunststipendiums verbrachte. Gerade in einem Moment, in dem sein österreichisches Handy kurz aufgedreht war, erreichte ihn der Anruf von Walter Roth. Gutes Timing. Der Direktor des Neusiedler Gymnasiums bot ihm eine Stelle als Lehrer für Bildnerische Erziehung an.

Baumers Lebenstraum war es nicht zu unterrichten. Er hatte aber bereits Erfahrung als Lehrer und sagte schließlich nach kurzer Bedenkzeit zu. Bereut hat er diese Entscheidung nicht, im Rückblick gibt er aber zu, dass sein Antrieb, das Angebot anzunehmen, das fixe Lehrergehalt gewesen sei. Er habe einige Zeit als freischaffender Künstler gelebt. Der Kunstmarkt sei beinhart. Ständig müsse man in Galerien unterwegs sein, eigentlich als Verkäufer. „Und die Kritik der Galeristen trifft einen direkt. Die Bilder sind ja ein Teil von mir.“

Der Bildenden Kunst ist er aber nicht nur unterrichtend erhalten geblieben. Seine Schaffensphasen waren allerdings mal schwächer, mal intensiver ausgeprägt. Seit 2015 hat er wieder ein Atelier, in dem er sich ganz dem Malen widmen kann.

„Das Schöne am Malen ist, dass ich hier wirklich meinem Gefühl, meiner Stimmung, meinen Ideen Ausdruck verleihen kann - so wie in keinem anderen Beruf“, schwärmt Baumer. Das sei schon immer so gewesen: „Eigentlich bin ich mit dem Pinsel auf die Welt gekommen.“ Schon als Kind in der Schule habe er lieber gezeichnet als gelernt. Sein Talent hat bereits seine Volksschullehrerin erkannt: „Sie hat gesagt, dass ich etwas mit Kunst machen müsse.“