Ein Vierteljahrhundert als Ortschef

Helmut Huber ist seit 1996 Bürgermeister von Wallern. Mit der BVZ hält er Rückschau über 25 Jahre im „Gemüsegarten Österreichs“.

Erstellt am 29. März 2021 | 04:34
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Markterhebung 1998: Bei diesem Anlass hat Wallern auch sein offizielles Wappen bekommen. Im Bild: Landesrat Paul Rittsteuer, Bürgermeister Helmut Huber, der damalige Vizebürgermeister Josef Mayer und Landeshauptmann Karl Stix.
Foto: zVg/Gemeinde Wallern

Helmut Huber begeht heuer sein 25-jähriges Amtsjubiläum als SPÖ-Bürgermeister von Wallern. Es war ein Vierteljahrhundert, das von tiefschneidenden Veränderungen in der Seewinkelgemeinde geprägt war. Mit der BVZ hält das kommunalpolitische Urgestein Rückschau über 25 Jahre Bürgermeister Huber.

Es war 1996, als der damals 39-Jährige die Nachfolge seines Parteikollegen Johann Müllner antritt. In der Politik ist Huber schon seit Jugendtagen aktiv: Im Alter von 16 Jahren schließt er sich der SJ an, mit 29 kommt er in den Gemeinderat, wo er fünf Jahre lang auch als Kassier tätig ist. Mitte der 1990er bietet sich dann die große Chance für den gelernten Mechatroniker: „Bürgermeister Müllner hat in Aussicht gestellt, dass er innerhalb eines Jahres zurücktreten wird. Er hat gesagt, ein Junger soll weitermachen. Da ist die Entscheidung dann auf mich gefallen“, erinnert sich Helmut Huber zurück.

Mandatsgewinn bei der ersten Wahl

Seine erste Gemeinderatswahl als Ortschef schlägt Huber 1997 mit Erfolg: Nach 25 Jahren unter Bürgermeister Müllner kann die SPÖ sogar noch eins draufsetzen – die Wallerner Sozialdemokraten erhöhen von zwölf auf 13 Mandate im Gemeinderat. Bei vier weiteren Wahlen können Huber und sein Team die SP-Absolute in Wallern stets stabil halten.

Nach seinem Erfolgsrezept gefragt, antwortet der erfahrene Kommunalpolitiker: „Wir machen keinen Unterschied zwischen den Leuten. Es wird niemand links liegen gelassen, weil er bei einer anderen Fraktion ist. Wenn jemand etwas braucht, und wir können helfen, dann wird das gemacht. Das ist immer schon so gemacht worden.“

Ein Highlight von Helmut Hubers politischer Karriere ist die Markterhebung Wallerns im Jahr 1998. Im Zuge dessen bekommt das Dorf auch erstmals ein offizielles Wappen: Das Motiv mit der Blume und dem Turm war zwar zuvor schon als Wappen geführt worden, es war aber nicht offiziell anerkannt.

Als weitere Beispiele für gelungene Projekte während seiner Amtszeit nennt Huber die Verlegung der Müllsammelstelle und den Bau des Kindergartens, der nach anfänglichen Schwierigkeiten letztlich doch gut über die Bühne gebracht werden konnte.

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Eine beachtliche Karriere: Seit zweieinhalb Jahrzehnten ist Helmut Huber Bürgermeister. 
zVg

Die wohl prägendste Veränderung der letzten 25 Jahre in Wallern ist das Verschwinden landwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Zwar ist die Gemeinde nach wie vor als „Gemüsegarten Österreichs“ bekannt, heute leben aber deutlich weniger Wallerner vom Gemüseanbau als noch vor einem Vierteljahrhundert. Huber dazu: „Früher hat jeder zumindest einen Hausgarten mit Salat, Gurken und Paradeisern gehabt. Das Gemüse wurde an Händler verkauft, das ist damals sehr gut bezahlt worden. Das war dann das Hausgeld.“

Ab den 1990er-Jahren rasseln die Gemüsepreise aber drastisch nach unten, viele Kleinbetriebe geben das Geschäft auf. Heute gibt es laut Bürgermeister Huber noch 30 bis 35 Familien, die von der Landwirtschaft leben. Infolge mangelnder Nachfolger werde sich diese Zahl in absehbarer Zeit nochmals auf um die 20 Gemüsebetriebe verringern, prognostiziert der bestens informierte Ortschef.

Bevölkerungsschwund ab dem Jahr 2000

Infolge der Abwanderung der jungen Generation, vor allem in Richtung der Bundeshauptstadt, ist auch die Einwohnerzahl Wallerns in den letzten 25 Jahren merkbar gesunken: von knapp 2.000 bei Helmut Hubers Amtsantritt auf nunmehr 1.678 Hauptwohnsitz-Gemeldete (Stand: 1. Jänner 2020). „Unser großes Manko sind die Arbeitsplätze“, ist sich Helmut Huber der Problematik bewusst: „Da sind wir zu weit weg vom Schuss, und deshalb haben wir dieses Minus wie die anderen Grenzgemeinden auch. Wir wollen aber schauen, dass wir mehr Arbeitsplätze nach Wallern bringen und sind da auch schon in Gesprächen. Auf jeden Fall sind wir auch dabei, dass wir sehr günstige neue Hausplätze für Jungfamilien anbieten werden.“

Wallern macht sich also zukunftsfit. Und wie lange wird Helmut Huber noch als Bürgermeister den Kurs vorgeben? Auf diese Frage antwortet der 64-Jährige zurückhaltend: „Dazu kann ich noch nichts sagen, wir müssen uns erst in der Fraktion absprechen. Wir haben sehr gute junge Gemeinderäte und Vorstände, da werden wir kein Problem haben, einen Nachfolger für mich zu finden.“

Und was wird er diesem Nachfolger oder Nachfolgerin als Rat mit auf den Weg geben? Da muss der Bürgermeister mit 25 Jahren Berufserfahrung nicht lange überlegen: „Du kannst es nicht jedem recht machen. Das Wichtigste ist, auf die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören. Das war immer meine Linie und auch die meines Vorgängers.“