Pilgern auf neuen Wegen. Der Pilgerboom hat nun auch die österreichischen Grenzen erreicht. Von Pamhagen aus wird auf den Spuren Jakobus gewandert.

Von Birgit Böhm-Ritter und Bettina Deutsch. Erstellt am 15. August 2018 (05:35)
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Diese Pilgergruppe wohnte in Pamhagen der feierlichen Einweihung des neuen Startpunkts für den Jakobsweg bei. Dem Pilgern im Burgenland widmet der ORF eine eigene Dokumentation: „Auf verschlungenen Pfaden – Pannonisches Pilgern“, 15. August, 17.35 Uhr, ORF 2.
zVg

Österreich hat sich zum Pilgerland entwickelt und das Burgenland zieht nach. Seit Juli beginnt der Jakobsweg in der Pfarrkirche Pamhagen, von hier aus kann man seither die rund 60 Kilometer lange Strecke zum Hauptast bei Maria Ellend (NÖ) beschreiten. Eine jahrtausendalte Tradition wird zum Trend. Und obwohl sich die Beweggründe des Pilgerns, Wallfahrens oder Wanderns im Wandel der Zeit geändert haben, bleibt eines immer gleich: „Der Weg ist das Ziel“.

Ursprünglich startete der Jakobsweg Burgenland bei der Basilika in Frauenkirchen. Durch die Erweiterung dieses Weges und die Bündelung mit Martins- und Marienweg treten diese drei gemeinsam bei Pamhagen ein. „Pamhagen erlangt damit zusätzlich Bedeutung auf dem Pilgersektor und erhält damit auch eine einmalige Gelegenheit, sich auch als Pilgerstandort zu positionieren“ erklärt Pilgerweg-Initiator Franz Renghofer.

„Wir verzeichnen 100.000 Besucher jährlich"Pater Thomas Lackner

Mit der Pilgergruppe Pamhagen bricht Ingrid Thell seit Jahren nach Mariazell auf. „Als Franz Renghofer mit der Idee, den Startpunkt nach Pamhagen zu verlegen, auf mich zu kam, war ich sofort begeistert“, erzählt sie im Gespräch mit der BVZ.

Im Rahmen einer grenzüberschreitenden Jubiläumswallfahrt wurde die Enthüllung der Pilgertafel im Beisein von rund 130 Teilnehmern feierlich zelebriert. Seither sieht man sie immer wieder durch die Ortschaft ziehen, die Fußpilger, die sich auf die Reise gemacht haben, um Alltag, Hektik, Stress und Ballast auf dem Weg hinter sich zu lassen. Die spirituelle Erfahrung steht dabei oftmals im Vordergrund, den Glauben jedoch immer mit im Gepäck.

Als geistiges und religiöses Zentrum am Ostufer des Neusiedler Sees ist nach wie vor die barocke Basilika „Maria auf der Heide“ bekannt. Am Schnittpunkt alter Pilgerwege ist Frauenkirchen seit alten Zeiten ein viel besuchter Wallfahrtsort, über den neuen Startpunkt kann man nur positive Worte finden. „Wir verzeichnen 100.000 Besucher jährlich. Die Pilger werden auch in Zukunft Halt in unserer Basilika machen“, ist sich Pater Thomas Lackner sicher.

Wallfahrtsbasilika als Briefmarke

Am 15. August wird in Frauenkirchen wieder das Hochfest „Mariä Aufnahme in den Himmel“ zelebriert, bei dem tausende Wallfahrer aus nah und fern erwartet werden. Am 8. September wird die im Zuge der österreichischen Post AG verausgabten Briefmarkenserie „Kirchen“ ausgewählte Briefmarke „Basilika Maria Geburt zu Frauenkirchen“ präsentiert. Mit dieser erhält die Wallfahrtskirche eine nichtalltägliche Würdigung.