Trockenheit in Seewinkel beeinflusst Tierverhalten

Die Trockenheit der vergangenen Wochen zeigt in Seewinkel nicht nur bei der Landwirtschaft, sondern auch bei der Tierwelt Folgen.

Redaktion, APA Erstellt am 04. Mai 2019 | 05:00
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Die vergangenen vier Jahre waren die heißesten seit Aufzeichnungen
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Foto: APA/dpa (Archiv)

Sie zwinge die Tiere, sich andere Wasserquellen zu suchen, erläuterte Alois Lang vom Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel. Das sei bei Säugetieren weniger einfach als bei Vögeln.

Sonst scheue Tiere seien nicht mehr so scheu, wenn es darum gehe, Wasser zu finden. "Und dann gehen halt Rehe vom Ortsrand immer weiter in den Ort hinein, bis sie Wasser finden und gehen dann wieder raus", schilderte Lang. Diesbezüglich gebe es Beobachtungen in mehreren Ortschaften.

Der Regen werde im Seewinkel schon herbeigesehnt, meinte Lang. "Bisher war alles im Wenige-Millimeter-Bereich - also ein, zwei, drei, fünf Millimeter, aber weit weg von dem, was ergiebig ist." So habe es etwa in Illmitz am Freitag bis zum späten Nachmittag keine zwei Millimeter geregnet.

 "Brachen viel mehr Niederschlag"

 In Summe könnte der in den kommenden Tagen erwartete Niederschlag Richtung 20 Millimeter gehen: "Aber wir bräuchten viel mehr, um den Rückstand quasi wieder aufzuholen auf ein halbwegs normales Jahr." Derzeit sei man bei einer Gesamtniederschlagsmenge seit Jahresbeginn von etwa 60 bis höchstens 65 Millimeter: "Und am Ende des Jahres sollten zwischen 560 und 600 stehen."

Die Entwicklung der vergangenen Wochen lasse sich beobachten daran, wo sich die Brutplätze von Vogelarten befänden, die ihr Gelege am Lackenrand abgelegt haben und wo das Wasser nun sei. Aber die Situation könne auch irrsinnig schnell ins Gegenteil kippen. Ein Zentimeter Wasserstandsunterschied bedeute dann sofort zig Meter Vergrößerung der Wasserfläche. Dann könne das Wasser nach einigen Starkregenfällen über das Gelege drübergehen: "Das schaut dann sehr tragisch aus, weil die Vögel natürlich noch versuchen teilweise, je nach Art, die Eier wegzurollen vom Wasser, weil sie die Gefahr sehen oder spüren."

Richtige Ausfälle oder starke Verluste in der Tierwelt gebe es noch nicht. "Aber, wenn das jetzt so weitergeht über mehrere Monate, dann wird es sicher spannend und bedrohlich, vor allem für die nächste Generation", sagte Lang.

 Veränderung auch bei Neusiedler See

 Sollte es endlich wieder etwas mehr regnen, angenommen um die 50 Millimeter, wäre dies am schnellsten bei manchen Lacken sichtbar, ebenso bei Feuchtwiesen, erläuterte Lang. Auch der Neusiedler See würde relativ rasch sichtbar reagieren. "Aber beim Grundwasser dauert es sehr lang. Da werden wir das unterdurchschnittliche Niveau, auch wenn es jetzt ordentlich regnen würde, so schnell nicht geändert sehen."