Kein Wasser für den Zicksee: Experiment wieder eingestellt

Erstellt am 09. Juni 2022 | 05:52
Lesezeit: 2 Min
Das Projekt, das den Zicksee zuletzt besser dastehen ließ, wurde nun wieder eingestellt.
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Wie inzwischen allseits bekannt, hat nicht nur der Neusiedler See, sondern auch der Zicksee sowie alle anderen Wasserkörper in der näheren Umgebung schon seit längerer Zeit mit Wassermangel zu kämpfen.

Im vergangenen Jahr hatte man sich bei einem dramatischen Pegeltiefstand von dreißig Zentimetern an der tiefsten Stelle des St. Andräer Zicksees dazu entschlossen, die in den See zuzuleitende Menge an Grundwasser drastisch zu erhöhen.

Ursprünglich wurde im Jahre 2010 die jährlich zuzuführende Menge an Wasser mit 300.000 Kubikmetern dotiert, während aber auch gleichzeitig jährlich rund 730.000 Kubikmeter verdunsteten.

In einem Experiment veranschlagte die Taskforce Neusiedler See/Seewinkel unter der Leitung von Christian Sailer ab Mai des vergangenen Jahres, ein Drittel mehr als die Menge, die jährlich verdunstet, aus dem Grundwasser zuzuführen. Dies geschah allerdings unter der Aufsicht eines sogenannten Beweissicherungssystems, das an sechs unterschiedlichen Stellen mit Sonden den Spiegel des Grundwassers überwachte.

Vor Kurzem wurde jedoch das kritische Niveau erreicht und das Experiment wieder eingestellt. Grund dafür ist, dass sowohl der Badesee der St. Martins Therme als auch das von Landwirten zur Bewässerung eingesetzte Wasser im Einzugsgebiet dieser überwachten Brunnen liegen.

Einschränkungen für Landwirtschaft möglich

Christian Sailer führt dazu aus: „Wir haben heuer aufgrund der geringen Niederschlagsmenge im Winter schon mit einem extrem schlechten Grundwasserstand gestartet. Insofern war es absehbar, dass sich das Projekt der vermehrten Wasserzuführung in den Zicksee mit dem herannahenden Sommer dem Ende nähert.“

Sollte dieser Sommer ähnlich heiß wie jene der letzten drei Jahre werden, könnte es heuer auch zu Einschränkungen in der Landwirtschaftsbewässerung kommen.

„Dabei würde nach Kultur gestaffelt werden, erste Einschränkungen würden wahrscheinlich Getreide und Erbsen treffen“, so Taskforce-Leiter Christian Sailer.

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