Wallern: Bürgermeister Huber tritt ab

Das kommunalpolitische Urgestein aus Wallern geht nach 25 Jahren im Amt.

Erstellt am 26. November 2021 | 05:43
440_0008_8240554_nsd47bir_huber_ritterschlag.jpg
Ritterschlag: 2013 wurde Helmut Huber in Ungarn eine besondere Auszeichnung verliehen, weil er einen Brückenbau über den Einserkanal initiierte.
Foto: Gemeinde Wallern

Eine Ära geht zu Ende. Helmut Huber, der ganze 25 Jahre, also ein Vierteljahrhundert lang, Bürgermeister der Marktgemeinde Wallern im Burgenland war, tritt mit 30. November ab - übernehmen soll sein Parteikollege Ernst Oroszlan. Offiziell beschlossen wird dies aber erst am 1. Dezember bei einer Gemeinderatssitzung unter strikter Einhaltung aller gesetzlichen Corona-Verordnungen.

Am Beginn der Amtszeit zur Marktgemeinde

Es war das Jahr 1996, als Helmut Huber das Amt des Bürgermeisters als Nachfolger seines SPÖ-Parteikollegen Johann Müllner antrat. Auch dieser legte wie nun Huber sein Amt ein Jahr vor der kommenden Gemeinderatswahl zurück. Bei der darauffolgenden Wahl im nächsten Jahr gelang es ihm sogar, die Mandate der SPÖ im Gemeinderat von 12 auf 13 zu erhöhen. Und auch bei den kommenden vier Wahlen konnten er und sein Team stets die Absolute der Wallerner SP sichern.

Lange Liste von Errungenschaften

Die Liste von Hubers Errungenschaften aus den vergangenen 25 Jahren ist lang: Markterhebung, Verlegung der Müllsammelstelle, Bau des Kindergartens, Volksschulsanierung und vieles mehr könnte man hier anführen. Ein Projekt aus der jüngeren Vergangenheit, genauer aus dem Jahr 2019, zeugt von seinem Blick in die Zukunft: Da Wallern wie auch alle anderen Grenzgemeinden seit Jahren mit der Abwanderung der jungen Dorfbevölkerung in die Bundeshauptstadt zu kämpfen hat, war es ihm ein Anliegen, günstige Hausplätze für Jungfamilien zu erschließen.

Auch dem Manko der fehlenden Arbeitsplätze im Ort ist er gewahr, dies wird aber auch eine Herausforderung für seinen Nachfolger werden.

In Ungarn zum Ritter geschlagen

Ein Highlight seiner langen Amtszeit war sicherlich der Ritterschlag, den er am 13. April 2013 in Ungarn erfahren hat. Diesen erhielt er, nachdem er den Bau der 30 Meter langen Baron Gustav Berg Brücke initiiert hatte, die von Wallern über den Einserkanal in das benachbarte Ungarn führt. Sie wurde gebaut, um den Radtourismus diesseits und jenseits der Grenze anzuregen.

Das Erfolgsrezept des erfahrenen Kommunalpolitikers ist ein einfaches, aber effektives: „Wir machen keinen Unterschied zwischen den Leuten. Es wird niemand links liegen gelassen, weil er bei einer anderen Fraktion ist. Wenn jemand etwas braucht, und wir können helfen, dann wird das gemacht. Das ist immer schon so gemacht worden.“

Daneben gibt er seinem Nachfolger noch folgende Worte mit auf den Weg: „Du kannst es nicht jedem recht machen. Das Wichtigste ist, auf die Menschen zuzugehen und ihnen zuzuhören. Das war immer meine Linie und auch die meines Vorgängers.“

Und schließlich verlautbart der scheidende Bürgermeister noch Folgendes an seine jahrelangen Begleiter: „Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Gremien, Vereinen und vor allem bei den Bürgern Wallerns bedanken, die mir ihr Vertrauen geschenkt und all die Projekte mitgetragen haben. Sie haben Wallern zu dem Ort gemacht, der er heute ist.“