Hotelprojekt unter Kritik. Um den freien Blick auf den See zu gewährleisten, werden die Surf-Boxen verlegt. Das gefällt nicht jedem.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 24. Juli 2021 (06:09)
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Freie Sicht für Hotelgäste. In diesen Surf-Boxen bringen Windsurfer ihr Equipment unter. Die Kabinen sollen nun verlegt werden.
BBR, BBR

Die im Mai gestarteten Bauarbeiten für das neue Hotel unmittelbar neben dem Seebad pausieren momentan aus Rücksicht auf die Tourismussaison. Mit der Errichtung eines Boutiquehotels mit 64 Zimmern und 120 Betten soll es im September richtig losgehen (die BVZ berichtete). Allerdings werden gegen das Bauprojekt Bedenken laut, die der BVZ in Form eines Leserbriefes vorliegen. Darin werden sowohl die Projektentwickler als auch der Bürgermeister der Gemeinde kritisiert.

Anstatt der alten Seepension werde nun ein Ferienappartement-Hotel gebaut, das sicherlich zu Appartements im Zweitwohnbesitz umgewandelt werde, so die Kritik. Damit diese teuer verkauft werden könnten, würden die im Seebad davor stehenden Surf-Boxen abgerissen. „Es ist unverständlich, warum ein Privatbesitzer hier solche Forderungen stellen kann und der Herr Bürgermeister dies auch noch genehmigt. Das Seebad wird von Jahr zu Jahr kleiner und die Windsurfer werden konsequent verdrängt“, heißt es weiter.

Auf BVZ-Anfrage bestätigte Bürgermeister Wilhelm Schwartz (ÖVP) die Verlegung der Surfboxen, relativiert das Vorgehen allerdings im gleichen Atemzug. Es sei vom Gemeinderat abgesegnet – und die freie Sicht für das neue Hotel sei an Bedingungen geknüpft. „Im neuen Hotel wird es keine privaten Appartements geben“, ist sich Schwartz sicher, „die Gemeinde hat die freie Sicht auf den See nur zugesagt, solange das Gebäude als Hotel genutzt wird.“

Der Ortschef ist ein glühender Anhänger des Hotelprojekts. Seit Jahren kämpft die Gemeinde mit einem massiven Schwund an Gästebetten. Das neue Hotel, welches anstelle der alten Seepension bis 2023 errichtet wird, soll der Tourismusgemeinde zu einem Aufschwung verhelfen. Dafür nimmt die Gemeinde auch Umstrukturierungen im angrenzenden Strandbad in Kauf. „Die Surf-Boxen werden im Bereich des Sanitärpavillons noch vor den Beach-Volleyball-Plätzen neu errichtet. Das ist ein idealer Platz, weil man von dort aus schnell zum Surf-Steg gelangt“, erklärt Schwartz und sieht damit auch einen Mehrwert für die Surfer. Die Kosten der Verlegung trägt übrigens die SEE.HAUS Weiden GmbH, die das neue Hotel errichtet.