Datenschutzbehörde prüft Handvenen-Scanner im Seebad. Per Handabdruck an den Strand ist nicht jedermanns Sache. Das moderne Zutrittssystem steht schwer unter Kritik.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 08. Januar 2020 (04:11)
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Handvenen-Scanner. Sicher und komfortabel oder Eingriff in die Privatsphäre? Die Meinungen gehen weit auseinander.
BBR

Im vergangenen Jahr erregte die Gemeinde mit der Installierung eines neuen Zutrittssystems ins Strandbad österreichweit Aufmerksamkeit. Ein Handvenen-Scanner sollte laut Bürgermeister Wilhelm Schwartz vor allem für Saisonkarten-Besitzer einen Vorteil bringen und darüber hinaus Missbrauch verhindern. Seit Mitte Mai des Vorjahres ist das neue Zutrittssystem im Betrieb. Wie lange noch, weiß aber selbst der Ortschef nicht.

Seit der Installierung hagelte es mediale Kritik, immer wieder langten Beschwerden in der Gemeinde ein und bereits seit dem Sommer läuft ein Verfahren bei der Datenschutzbehörde. Dessen Entscheidung muss die Gemeinde nun abwarten.

Vor allem die Speicherung biometrischer Daten wird kritisch gesehen. Ende Oktober wurde dem Ortschef für das Zutrittssystem aus der Hochsicherheitstechnologie etwa der Big Brother-Award verliehen. Die Jury des Negativ-Preises warnte, dass die Privatsphäre auf der Strecke bleibe und sensible biometrische Daten bis auf Widerruf gespeichert würden.

Für Bürgermeister sind Daten uninteressant

Die Kritik weist der Weidener Ortschef allerdings zurück: „Was sollten wir mit diesen Daten anfangen?“, fragt er im BVZ-Gespräch. Auf Flughäfen und in ungarischen Stadien seien Handvenen-Scanner auch erlaubt. Schwartz weist stattdessen auf die Vorteile des modernen Zutrittssystems hin. Saisonkarten seien oftmals verloren gegangen. Mit dem Eintritt per Handabdruck könne das nicht passieren. Außerdem seien die Karten immer wieder an andere Personen weitergegeben worden, was der Gemeinde einen finanziellen Schaden brachte.

Wer seine Hand trotz aller Beschwichtigungen des Bürgermeisters nicht scannen lassen möchte, der kann trotzdem das Strandbad in Weiden am See besuchen. Eine Tageskarte wird immer noch auf herkömmlichem Papier ausgedruckt und in den Wintermonaten wird gar nicht kassiert. Für die Gemeinde heißt es nun, die Entscheidung der Datenschutzbehörde abzuwarten. „Im schlimmsten Fall müssen wir den Handvenen-Scanner wieder abbauen“, so Bürgermeister Schwartz.