Uneinigkeit über Bahnhof. ÖVP schlägt Bahn-Haltestelle zwischen Podersdorf und Kreisverkehr Weiden/Gols vor. Niessl: „Das hat keinen Sinn.“

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 12. Januar 2017 (05:00)
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Verkehrsaufkommen wächst, ebenso die Fahrgäste, die die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Seit September fährt Montag bis Freitag 15 Mal ein neuer Ventus der Raaberbahn zwischen Wien Hauptbahnhof und Neusiedl am See (bis nach Pamhagen).
Raaberbahn Cargo GmbH

Ein weiterer Bahnhof zwischen Weiden und Podersdorf könnte die Pendler im Bezirk entlasten. So lautet jedenfalls ein Vorschlag der ÖVP.

Eine Haltestelle der Neusiedler Seebahn bei der Kreuzung mit der Seestraße zwischen Podersdorf und Kreisverkehr Weiden/Gols würde die Park & Ride-Anlagen in Neusiedl am See und Parndorf entlasten, meint Rudolf Strommer, 2. Landtagspräsident und ÖVP-Bezirksobmann.

Niessl: "Längere Wartezeiten für Pendler"

Er pocht damit auf den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Warum eine zusätzliche Haltestelle sinnvoll sei, erklärt Strommer so: „Pendler aus Pamhagen, Apetlon, Illmitz und Podersdorf könnten dort bequem in den Zug nach Neusiedl, Wien oder Eisenstadt einsteigen – und zwar ohne durch Weiden und Neusiedl am See zu fahren und die überfüllten Park & Ride-Anlagen in Neusiedl oder Parndorf benützen zu müssen.“

Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) kann dem Vorschlag aus der ÖVP-Fraktion nichts abgewinnen. Mangels an Ideen mache die ÖVP schon seit Jahren den Vorschlag für einen Bahnhof in diesem Bereich. Dieser würde aber erstens für Pendler zu längeren Fahrzeiten führen, weil der Zug einen weiteren Stopp habe.

Zweitens seien die Pendler aus jenen Gemeinden, die keinen Bahnhof haben, wie Apetlon, Illmitz, Podersdorf, Andau und Tadten, schneller bei den Bahnhöfen ihrer jeweiligen Nachbargemeinden als am neu zu errichtenden Bahnhof, heißt es aus dem Büro des Landeschefs auf Anfrage der BVZ.

Strommer: „Mehrwert für Tourismus“

Eine längere Fahrzeit könnte nur vermieden werden, wenn die Züge nicht mehr in allen Orten stehen bleiben würden, glaubt Niessl: „Ich bin mir sicher die Gemeinden wollen nicht, dass der Zug in Zukunft in ihrem Ort nicht mehr hält. Ich sehe keinen Grund, Millionen an Steuergeldern zu investieren und damit die Bedingungen der Pendler zu verschlechtern. Warum sollten sie zum neuen Bahnhof fahren, wenn es zum Beispiel nach Frauenkirchen oder Gols näher ist“.

Für Strommer bleibt der Bahnhof „Nationalpark“ allerdings eine Chance die Bahnhöfe in Neusiedl und Parndorf zu entlasten. Vor allem weil es keine Möglichkeit gäbe, den Parkplatz in Parndorf auszubauen.

Das Land Burgenland habe ein befristetes Vorkaufsrecht für ein angrenzendes Grundstück nicht genützt, bedauert Strommer. Ein Bahnhof „Nationalpark“ würde außerdem nicht nur Pendlern zugutekommen. Der ÖVP-Bezirksobmann betont auch den Mehrwert für den Tourismus. „Notwendig für den Bahnhof wäre nur eine Fläche von etwa zwei bis drei Hektar neben der Straße und eine Haltestelle der Neusiedler Seebahn.