Susanne I.: Die neue Weinkönigin kommt aus Gols. Susanne Riepl wird die neue Weinkönigin, unterstützt wird sie von den Prinzessinnen Claudia Muschau aus Gols und Jasmin Fabian aus Oggau.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 16. Juli 2020 (04:32)
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Bei der 30. Wahl zur burgenländischen Weinkönigin kam es mehrfach zu einer Premiere. Zuerst die schöne Premiere: Erstmals gibt es mit der Golserin Susanne Riepl eine Weinkönigin, die schon eine Weinkönigin zur Mutter hatte. Ihre Mutter wurde vor 28 Jahren zu Christine I. gekrönt.

Die unschöne Premiere: Eigentlich werden die Weinköniginnen bei der Weingala vorgestellt, diese entfiel coronabedingt. „Wir werden im September eine eigene Krönungszeremonie vornehmen“, tröstete Weinbauverbands-Präsident Andreas Liegenfeld.

Er hatte mit Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich und sechs weiteren Weinexperten drei Bewerberinnen interviewt und bewertet.

„Es war ein knappes Rennen, daher haben wir heuer zwei Weinprinzessinnen“, erklärte Berlakovich bei der Präsentation der Weinkönigin und ihrer Prinzessinnen am vergangenen Montag in Eisenstadt.

„Corona heißt auf Latein nix anderes als Krone – das werden wir schon meistern.“Susanne Riepl

Wie war der Bewerbungsprozess für die Siegerin? „Es hat schon mal damit begonnen, dass ich zu spät gekommen bin“, lacht die 19-jährige Golserin. Riepl hat erst im März in der HBLA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg maturiert, die Fragen der Weinköniginnen-Jury haben sie also „nicht wirklich überrascht“. Ihre Weinkönigin-Mutter hatte ihr außerdem ein paar Tipps gegeben. „Ich freue mich, in ihre Fußstapfen zu treten“, dankt ihr die Tochter.

Coronabedingt gibt es für Riepl noch keinen fixen Terminkalender. „Martini wird interessant werden“, freut sie sich schon auf die vielen anstehenden Jungwein-Präsentationen. Dass ihr das Virus einen Strich durch die Rechnung machen könnte, glaubt sie nicht: „Corona heißt Krone – das werden wir schon meistern“, lächelt sie die Sorgen genau wie ihre Vorgängerin Tatjana I. („Die Welt dreht sich weiter.“) charmant weg.

Stressfrei wird die Zeit für Riepl nicht, sie beginnt zeitgleich mit ihrer Regentschaft mit dem Agrarwissenschaftsstudium an der Universität für Bodenkultur. Danach will sie das Weingut der Eltern übernehmen, erklärt sie ihr langfristiges Ziel: „Ich bin schon mit drei Jahren in den Weinkeller und in den Weingarten mitgegangen.“

„Auszeichnung für unsere Region“

Weinprinzessin Jasmin Fabian aus Oggau macht hingegen eine Ausbildung für Familien- und Behindertenarbeit, das Weingut soll ihre Schwester einmal übernehmen. Das Auswahl-Prozedere war für sie trotzdem kein Problem: „Der Papa hat mir viel gelernt.“

Jasmin hat dem Erfolgslauf ihres Familienweinguts nun wortwörtlich die Krone aufgesetzt: Nach der Auszeichnung zum Weingut des Jahres 2018 wurde der Blaufränkisch Landessieger 2020. „Schön, dass es geklappt hat“, bleibt Jasmin aber bescheiden. Und entschlossen: „Sonst hätte ich mich in zwei Jahren wieder beworben.“

Die zweite Weinprinzessin kommt wie die Königin aus Gols. Auch Claudia Muschau bewies vor der Jury Coolness: „Ich habe vergangene Woche meine Masterprüfung gehabt, da war ich wesentlich nervöser“, freut sich die FH Burgenland-Alumna.

„Dass Gols nun zwei Weinhoheiten stellt, sehe ich auch als Auszeichnung für die Region“, betont Susanne I. die jüngsten Erfolge der Seewinkler Weine.