Eiswein: Selten aber gut. In den ersten Tagen des Jahres wurden die gefrorenen Trauben gelesen. Im Weingut Nittnaus ist man von der Qualität überzeugt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 04. Januar 2017 (10:03)
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Lese im Winter. Bei eisigen Temperaturen ernten Hans und Christine Nittnaus sowie Norbert Schmelzer die gefrorenen Trauben.
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Von der Silvesterparty direkt in den Weingarten. So gestaltete sich der Jahreswechsel für das Weingut Nittnaus.

Die Golser Winzerfamilie gehört zu denjenigen, die sich heuer trotz einer durchwachsenen Saison - mit Frost und Hagel im Frühjahr - für eine Eisweinlese entschieden haben. „Das machen heuer nicht viele“, erklärt Juniorwinzer Andreas Nittnaus. „Für uns ist der Eiswein aber ein Spezialgebiet, deshalb lesen wir heuer doch, obwohl wir insgesamt geringere Erträge zu verzeichnen haben.“ Eiswein zu produzieren sei ohnehin immer schwierig.

Beeren mit Sorbetcharakter

8,5 Hektar hat die Winzerfamilie rund um Hans und Christine Nittnaus und die Söhne Andreas und Hans Michael in den frühen Morgenstunden der ersten Jännertage geerntet. „Gelesen wird dann, wenn es so kalt ist, dass die Trauben gefroren sind.

Das wird von der Kellereiinspektion geprüft“, erklärt Andreas Nittnaus. „Die Beeren haben dann einen gewissen Sorbetcharakter, wenn man hineinbeißt.“ Am 1. Jänner um 5 Uhr ist es so weit gewesen. Bei - 8 Grad und weniger wurden die ersten Trauben geerntet.

Von der Qualität schwärmt der junge Winzer. Es habe heuer wenig Edelfäule gegeben: Was für die Trockenbeerenauslese schlecht gewesen sei, komme dem Eiswein zugute und unterstreiche den frischen Charakter.

Auch beim Eiswein gilt, was den Jahrgang 2016 insgesamt ausmacht: Rar aber gut.

Grüner Veltliner und die Eiswein-Raritäten Cabernet Sauvignon und Syrah wurden gelesen.
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