Podersdorfer Wellentänzer tanzt in Zürich

Das Erfolgsprojekt des Podersdorfer Winzers Sloboda findet in der Schweiz einen Nachfolger.

BVZ Redaktion Erstellt am 21. November 2019 | 05:33
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Weininnovation Podersdorf Wellentänzer tanzt in Zürich
Ob der Zürichsee dem Wein genauso gut tut wie der Neusiedler See? In rund 150 Tagen wird man es wissen. Foto: Mächler
Foto: Mächler

Als der Podersdorfer Winzer Fabian Sloboda 2018 seinen ersten „Wellentänzer“-Wein nach 144 Tagen Reife in der Boje aus dem Neusiedler See barg, war die Weinwelt kritisch.

„Kann das wirklich funktionieren: 700 Liter Grauburgunder in einer Edelstahlboje 144 Tage Wind und Wetter aussetzen? Ist das nicht nur ein PR-Gag?“ „Schmeckt der Wein, überlebt er überhaupt?“

Anzeige

Zwei Jahre nach der Gründung berichtet das Weingut von positiven Weinbewertungen und der Internationalisierung der Idee: Das Projekt, das sich an historischen Erkenntnissen über die geschmackliche Prägung stetig bewegter beziehungsweise verschiffter Weine orientiert, war äußerst erfolgreich und die Entwicklung geht nach wie vor erfreulich vor sich.

Die ersten zwei Jahrgänge (2017, 2018) wurden vom renommiertem Weinkritiker Peter Moser (Chefredakteur des Gourmet-Magazins FALSTAFF) mit ausgezeichneten 92 beziehungsweise 93 Punkten bewertet: Der Vergleich mit der „Zwillingswein“ genannten Kellerprobe überzeugte auch das Bundesamt für Weinbau: Die Weine seien völlig unterschiedlicher Charaktere, wobei der Bojenwein noch besser schmecke.

Boje im Zürichsee verankert

In diesem November wurde das anfangs belächelte burgenländische Projekt bereits international. Das Schweizer Weingut Irsslinger am Zürichsee wurde Fabian Slobodas Partner, nachdem der österreichische Designer Nikolaus Eberstaller, der das Corporate Design beider Weingüter entwickelt hat, die beiden Betriebe vernetzte. Als die Boje vor zwei Wochen feierlich im Zürichsee verankert wurde, waren die Schweizer Medien hochinteressiert an der österreichischen Entwicklung.

„Entwicklungshilfe“ aus dem Burgenland

Besonderen Dank sprechen die Wellentänzer dem österreichischen Kultwinzer Hans Schwarz aus: Er empfahl Eberstaller den Schweizern und brachte so das länderübergreifende Projekt überhaupt erst ins Rollen.

Am Erfolg des Weingutes Irsslinger, das erst seit 2018 besteht, dürfen somit drei Österreicher aus dem Nordburgenland beitragen.