KH-Kittsee: Covid-Patient gab zum Dank Konzert

Martin F. Neuberger erkrankte an Corona und musste auf der Intensivstation in Kittsee aufgenommen werden. Mit einem Musik-Act bedankte er sich rührend beim Personal.

Erstellt am 15. Juli 2021 | 03:07

Stefan Haider und der von COVID genesene Martin Franz Neuberger brachten Gitarre, Gesang und in Text übertragene Gedanken aus der Intensivstation des Batthyány-Strattmann Krankenhauses auf die Bühne im Schlosspark Kittsee – als spezielles Danke an die Mitarbeiter des Spitals. „Es ist ein Versuch, mich bei allen zu bedanken - für das unermüdliche Engagement, den beeindruckenden Einsatz des gesamten Personals“, sagt Martin Franz Neuberger - Autor, Lehrer und Biobauer aus St. Andrä - und ergänzt: „Ich habe mich so gut aufgehoben und wirklich gut betreut gefühlt.“

Intensiv: schwerer Krankheitsverlauf

Neuberger war im April dieses Jahres an COVID-19 erkrankt, hatte einen schweren Krankheitsverlauf und musste deswegen auf der Intensivstation im Krankenhaus Kittsee aufgenommen werden. „Schon die Zeit vor dem Krankenhausaufenthalt hat sich in die Länge gezogen. Zuerst nimmt man die Symptome nicht gleich so wahr, dann muss man zwei Tage auf das PCR-Testergebnis warten und dann die Nachricht: corona-positiv. Bald habe ich mich dann wie in Zeitlupe bewegt, weil sich meine Sauerstoffversorgung rasch verschlechtert hat. Als wir merkten, es wird wirklich ernst, haben wir die Rettung verständigt“, erzählt Neuberger im Gespräch mit der BVZ. Bereits am zweiten Tag im Spital wurde er auf die Intensivstation verlegt. Nur unter Schmerzen habe er atmen können. Nach kürzester Zeit sei er „total entkräftet“ gewesen. „Ich konnte nicht essen, nicht schlafen. Das zerrt enorm an den Kräften.“

Am fünften Tag auf der Intensivstation dann der erste große Fortschritt: Er durfte die Sauerstoffmaske ablegen. Das eigenständige Atmen besserte sich stetig - langsam, aber Unterstützung war immer weniger notwendig. „Das, was das Personal dort leistet, ist beeindruckend. Als Patient ist man auf der Intensivstation mit seinen Gedanken alleine, man liegt abgeschottet von seinen Bettnachbarn. Doch die Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, einfach alle sind mit vollem Einsatz für die Patienten da, auch auf psychischer Ebene - trotz enormer Belastung. Und diese Leistung muss wertgeschätzt und honoriert werden“, bekräftigt Neuberger. Die Intensivstation sei zu dieser Zeit - im April - voll belegt gewesen, erzählt Neuberger. „Wir waren zu sechst, leider haben es nur drei geschafft.“

Nach acht Tagen Intensivstation wurde er wieder auf die Interne verlegt, am 19. April konnte er schließlich das Krankenhaus verlassen. Heute, nur drei Monate später, fühlt er sich „im Alltag wieder fit. Ich war auch schon ein bisschen in den Bergen unterwegs, paar 100 Höhenmeter, so dass es sich gut angefühlt hat. Ich bin deutlich noch nicht dort, wo ich vor der Erkrankung war, aber das braucht Zeit, ich bin zuversichtlich.“

Die Kollegiale Führung – Primaria Anna Kettner, Pflegedirektorin Bettina Ziniel und Verwaltungsdirektor Dieter Feitek – zeigte sich von der Geste gerührt: „Für diesen besonderen Abend sagen wir Danke. Es war schon eine ganz besondere Wertschätzung durch einen Patienten.“