Neusiedler Bezirks-Duo: Von der Piste aufs Tanzparkett. Die Podersdorferin Stefanie Leiner und Lukas Segner aus Pama eröffnen den wohl bekanntesten Ball der Welt.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 20. Februar 2020 (05:24)
Ein Schnappschuss bei der Probe. Die Podersdorferin Stefanie Leiner mit ihrem Tanzpartner Armin Redzic.
zVg/Leiner

144 Paare aus elf Nationen bilden am Donnerstag das Jungdamen- und Jungherren-Komitee am Wiener Opernball. Mittendrin die Podersdorferin Stefanie Leiner und Lukas Segner aus Pama.

Es war nicht unbedingt ein lang gehegter Mädchentraum, den sich Stefanie Leiner dieses Jahr mit der Eröffnung des Opernballs erfüllt, aber nun, so kurz vor dem Event, fiebert die 24-Jährige dieser einzigartigen Veranstaltung doch mit großer Vorfreude entgegen: Eigentlich war es ihre Oma, die schon mehrere Jahre versuchte, die begeisterte Tänzerin zu überreden, sich für dieses „absolute Highlight“ zu bewerben. Doch Leiners Job als Skilehrerin hatte sie bis dato aus Termingründen von einer Bewerbung abgehalten.

Dieses Jahr hat sich die Podersdorferin aber doch überreden lassen. „Ich möchte nicht, dass ich es einmal bereue, nicht dabei gewesen zu sein“, schmunzelt Leiner. Sie wolle ihre letzte Chance vor ihrem 25. Geburtstag noch nutzen, denn die Debütantinnen und Debütanten dürfen nicht älter als 24 Jahre alt sein. Ihre Bewerbung, die sie gemeinsam mit ihrem Wiener Tanzpartner Armin Redzic im September abgab, fand jedenfalls Gefallen bei der Jury.

Mit goldenen Schritten und Perfektion ins Komitee

Schon im Oktober wurde das Tanzpaar zum Vortanzen in den Gustav Mahler Saal der Wiener Staatsoper eingeladen. Und zwar gleich vor einer 15-köpfigen Jury. „Das war unglaublich“, wundert sich Leiner heute noch über das Großaufgebot an Jurymitgliedern. Zeit, nervös zu werden, blieb der BWL-Studentin allerdings nicht. Nach rund 15 Sekunden Linkswalzer war das Casting auch schon wieder vorbei. Mit Erfolg.

Nun tingelt Stefanie Leiner zwischen Skipiste und Tanzparkett hin und her. Denn die leidenschaftliche Skifahrerin unterrichtet auch heuer wieder in der Skischule in Schladming. Für insgesamt fünf Proben und dem großen Auftritt am Donnerstag schlüpft sie aus den Skischuhen in die Tanzschuhe. In denen fühlt sich die Podersdorferin allerdings auch recht wohl. Vier Jahre lang tanzte sie in der renommierten Wiener Tanzschule Elmayer.

„Schon mein Opa hat dort tanzen gelernt“, erzählt Leiner, die es bis zum höchsten Tanzleistungsabzeichen, dem Goldstar, geschafft hat. Klarerweise stehen somit für Leiner die traditionellen Wiener Bälle auch hoch im Kurs. Den Kaffeesiederball und den Zuckerbäckerball, „wo es an jeder Ecke etwas zu naschen gab“, hat sie schon besucht.

Im Ballfieber. Lukas Segner aus Pama, hier mit Tanzpartnerin Juliane Hennenberg, eröffnet neben dem Opernball heuer auch den Philharmoniker- und den Juristenball.  Foto: zVg/Segner
zVg/Segner

Das Tanz- und Ballfieber hat sie mit Lukas Segner gemeinsam. Der Computerspezialist aus Pama hat dieses Jahr bereits den Philharmonikerball eröffnet, nun folgen noch der Opernball und der Juristenball.

Der 24-Jährige tanzt seit sechs Jahren, seit drei Jahren auf Gold-Level und wöchentlich in Perfektionskursen. Sein schönster Ball sei bis jetzt der Bonbonball gewesen, dicht gefolgt von dem Silvesterball. „Beide waren ein einzigartiges Erlebnis. Als begeisterter Tänzer und Debütant zählt es aber fast zur Pflicht, Wiens berühmtesten Ball zu eröffnen und ihn einmal live erlebt zu haben“, sagt Segner.

„Frisurvorgabe haben wir mit Videotutorial bekommen“

Am Donnerstag werden sich Segner und Leiner nun für den Opernball in Schale werfen. Dafür gilt es, die Kleidervorschriften zu beachten, die etwa besagen, welches Weiß das Kleid haben darf und wie die Debütantinnen geschminkt sein sollen. „Außerdem haben wir die Frisurvorgabe mit Videotutorial bekommen“, lacht Leiner.

Zum letzten Mal geprobt wird bei der Generalprobe am Mittwoch. Aber schon am Sonntag habe die Choreografie laut Stefanie Leiner schon ganz gut geklappt. Zum zweiten Mal zeichnet die oberösterreichische Tanzschule des Geschwisterpaares Maria und Christoph Santner für die Choreografie der Eröffnungspaare verantwortlich.

„Die haben das ganz super und locker gemacht“, erzählt Leiner, „nach einer förmlichen Begrüßung durch Organisatorin Maria Großbauer bei der ersten Probe haben die Santners in breitem oberösterreichisch erklärt, dass wir einfach Spaß haben sollen.“

Und das erwarten sich Stefanie Leiner und Lukas Segner auch am Abend des Opernballs, wenn es wieder heißt: „Alles Walzer.“

„Beim international bekanntesten Ball eintanzen zu dürfen, wo so viele Augen auf einen gerichtet sind und man mit dieser Menge an Debütanten die schiere Masse an Zuschauern verzaubern darf, das ist schon etwas Besonderes“, freut sich Lukas Segner.