Christian Schnelzer erfindet Kartenspiel „Knasti“. Seit etwa einem Monat ist das neue Kartenspiel „Knasti - Out of Prison“ online erhältlich. Die Geschichte, die dahinter steckt, ist spannend und skurril gleichermaßen.

Von Saskia Jahn. Erstellt am 06. April 2019 (06:07)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Der Erfinder des Kartenspiels „Knasti - Out of Prison“ Christian Schnelzer mit seiner Ehefrau Vladimira und seinem Sohn Sebastian.
zVg

Vor circa einem Monat war es endlich soweit: Nach jahrelangem Kopfkino und halbjährlicher effektiver Entwicklungsphase hielt der Erfinder und Herausgeber des Kartenspiels „Knasti - Out of Prison“ Christian Schnelzer das erste fertige Produkt in seinen Händen. Seitdem ist dieses im Onlinestore erhältlich. Die Geschichte, die dahinter steckt, ist spannend und skurril gleichermaßen: „Als ich selbst noch ein Kind war, erzählte mein Großvater öfter über die Zeiten im Zweiten Weltkrieg. Er war Insasse in einem Konzentrationslager“, erzählt der 43-Jährige.

In dem Gefangenenlager wäre unter den Häftlingen zum Zeitvertreib immer ein besonderes Spiel gespielt worden. Der Wetteinsatz damals seien meist Nahrungsmittel und Zigaretten gewesen. Eines Tages habe ihm sein Großvater das Spiel beigebracht. „Wir spielten das Kartenspiel ununterbrochen. Als ich erwachsen wurde, irritierte mich die Tatsache, dass so ein tolles und lustiges Kartenspiel zu so einer schlimmen Zeit unter den schlimmsten Zuständen in dem Lager gespielt wurde. Dieser krasse Gegensatz passt für mich einfach nicht zusammen, aber vermutlich brauchten die Insassen damals genau so etwas, um sich abzulenken und nicht kaputt zu gehen“, offenbarte Schnelzer seine Überlegungen.

BVZ

2005 ist sein Großvater gestorben und seitdem habe ihm der Gedanke an das Spiel nicht mehr losgelassen. „Seit dem Tod meines Großvaters habe ich das Spiel nie wieder gespielt. Erst vor zwei Jahren kamen wir wieder auf die Idee, das Kartenspiel hervorzukramen. Da war mein Sohn vier Jahre alt. Ich erklärte es meinem Sohn, und er war schon in dem Alter, wo er es großteils verstand. Da entstand die Idee, das Kartenspiel kindgerecht aufzuarbeiten“, so Schnelzer. „Knasti-Out of Prison“ ist vergleichbar mit dem Kartenspiel „51“. Jeder legt abwechselend eine Karte in die Mitte, übereinander. Die Zahlen werden summiert oder subtrahiert, je nachdem, welchen Wert die Karte hat, die man ausgespielt hat. Ziel ist es, nicht über den Wert 50 zu kommen. Derjenige, der die Karte ausspielt, die den Betrag auf 50 Plus erhöht, hat verloren und muss „Spielgeld“ abgeben.

Es sei sehr schwierig gewesen, das Spiel kindgerecht aufzubereiten, da die Geschichte dahinter eine sehr ernste ist. „Mein Ziel war es, das Spiel für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene gleichermaßen anbieten zu können, weil ich finde, das Spiel kann unterstützend die Rechenfähigkeit der Kinder fördern, und das Ganze mit sehr viel Spaß“, schmunzelt der 43-Jährige. Die Geschichte hinter dem Spiel spielerisch zu verpacken, auch rein optisch, das sei die große Herausforderung gewesen. „Im KZ wurde das Spiel mit ‚normalen‘ Skatkarten gespielt, ich habe ein ganz eigenes Design und Grafiken entwickelt, um das Kartenspiel auch für die Kleinsten ansprechend zu gestalten“, erklärt Schnelzer weiters.

„Es ist kein 08/15-Spiel. Mir war es einfach enorm wichtig, dass der ernste Hintergrund, der Ursprung des Spiels, nicht verloren geht. Gepaart mit sehr viel Spaß ist es etwas ganz Besonderes“, so der Wahl-Windener abschließend. Nähere Infos zum Spiel unter www.knasti.at