Vier Mühlen im Fokus

Viele Künstler aus Winden fanden zusammen und bieten vielfältiges Programm.

Klaus Zwinger
Klaus Zwinger Erstellt am 12. August 2021 | 05:57

Am 20. April 2020, mitten im ersten Corona-Lockdown, gründete sich der Windener Kunst- und Kulturverein „Schaumamoi“. Margit Paul-Kientzl, Schriftführerin und Gründungsmitglied des Vereins, meint: „Es war nach dem Ableben des in Winden ansässigen Künstlers und Bildhauers Wander Bertoni, dass wir spürten, da kommt ein gewisses künstlerisches Vakuum auf uns zu.“ Denn als Windener konnte man sich natürlich mit der Kunst Bertonis identifizieren. So rief man die aktiven Künstler des Ortes zusammen, und war nicht nur ob ihrer großen Zahl, sondern auch um des Umstandes wegen, dass sie sich untereinander kaum kannten, überrascht.

Nach einem ersten Treffen im Beisein von Wander Bertonis Witwe war bald klar, dass man gern ein Theaterstück aufführen wollte - Heinrich von Kleists „Der zerbrochene Krug“ sollte es sein. Die Leute waren da, die Begeisterung auch, doch bald kam Lockdown auf Lockdown hinzu und das Theaterstück wollte nicht zustande kommen. In einem weiteren Anlauf erwähnte ein zugezogenes Mitglied des Vereins, dass es doch vier Mühlen im Dorf gebe und es ganz interessant wäre, diese für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Besucher neben der Geschichte der Mühlen auch die Windener Kunst- und Kulturszene näher zu bringen: Die Idee für den ersten Windener Mühlentag war geboren.

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Vier Mühlen in Winden am See

Die älteste der Mühlen ist mit ihrer ersten Erwähnung im Jahre 1388 die Kientzl-Mühle (Untere Mühle), die 1986 vom Kunstprofessor Christian Reder und seiner Frau Ingrid gekauft und anschließend aufwendig restauriert wurde. Um das Jahr 1850 wurde diese Wassermühle wohl aufgrund des geringen Gefälles zu einer Windmühle holländischen Stils umgebaut. Eine weitere Wassermühle ist die Janisch-Mühle (Obere Mühle), sie wurde bereits vor 1500 errichtet. Sie hatte vom Geländeverlauf die günstigsten Voraussetzungen, in ihrem Hof steht auch ein typisch burgenländischer Taubenkobel. 1949 wurde ihr Betrieb eingestellt.

Erst vor Kurzem wurde das Mühlengebäude von der heutigen Besitzerin Ruth Moser stilvoll restauriert und adaptiert. Einige Räume beherbergen nun die Werke ihres verstorbenen Mannes, des international bekannten Golser Buchautors Erwin Moser. Die Gritsch-Mühle, ebenfalls eine Wassermühle, wurde 1856 von eben jener Familie ganz in der Nähe der Quelle des Windener Baches erbaut und war bis 1941 in Betrieb. 1965 kaufte der Bildhauer Wander Bertoni die Mühle und baute sie zum heutigen Freilichtmuseum mit Skulpturenpark, Ausstellungspavillion und Eiermuseum aus. Die Mühle wird weiterhin von seiner Frau Waltraud Bertoni verwaltet, die das Freilichtmuseum pflegt und betreut.

Im Mühlenhof findet sich die einzige der Windener Mühlen, die elektrisch betrieben wurde und eine Rückschütt-Mühle ist. Sie ist mit ihrem Erbauungsjahr 1941 auch gleichzeitig die jüngste und stellte im Jahr 1977 als letzte dieser vier ihren Betrieb ein. Die Mühle im Mühlenhof ist auch die einzige, in der noch die Original-Mühlenausstattung vorhanden ist und besichtigt werden kann.

Kulturelles Programm am Mühlentag

Der erste Windener Mühlentag wird am 4. September (Ersatztermin bei Regen: 5. September) von Windener Kunst und Kulinarik begleitet werden. Neben Führungen durch die einzelnen Mühlen wird es Lesungen von Ruth Moser und Michael Hess geben, musikalisch geben sich Die Tontauben, ein Damenchor aus Winden am See, Die Krucki Sisters und die Dorfmuseum-Musi aus Gols und Mönchhof sowie Rudi Treiber die Ehre.