Kleinbetriebe statt Mega-Projekte. Die Gemeinde Parndorf will auf noch verfügbaren Freiflächen am Betriebsgebiet Kleinunternehmen ansiedeln.

Von Paul Haider. Erstellt am 01. Mai 2019 (05:52)
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Mehr Platz für Kleine. Parndorf will die künftige Entwicklung am Betriebsgebiet steuern.
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Die Entwicklung des Parndorfer Betriebsgebietes in den vergangenen 20 Jahren ist im Burgenland beispiellos. Die früheren Ackerflächen wurden mit Outlet Center, Hotel, Kino und Gastronomie zum Wirtschaftsmotor für die Region. Weitere Großprojekte wie das „Ibis“ Hotel, „Frunpark“ und „Outdoor Center“ sind bereits in der Umsetzung oder stehen kurz vor dem Baustart. Dass die noch freien Gewerbeflächen, die bereits vor über 30 Jahren zum Betriebsgebiet gewidmet wurden, in den kommenden Jahren auch noch verbaut werden, scheint so gut wie fix zu sein.

Bei der Entscheidung, welche Betriebe noch dazukommen dürfen, will Parndorf aber ein Wörtchen mitreden. Weiteren Mega-Projekten will die Gemeinde einen Riegel vorschieben, jetzt sollen Kleinunternehmen aus dem Dorf und der Region zum Zug kommen. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern, zwischen ARBÖ und Postverteilerzentrum, werden Grundstücke für kleinere Betriebsstandorte frei gemacht.

„Damit schafft man ein breiteres Spektrum an Arbeitsplätzen im Ort, ohne zusätzliche Verkehrsströme zu verursachen“.Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA)

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) erklärt im BVZ-Gespräch die Hintergründe dieser Steuerungsmaßnahme in Parndorfs Peripherie: „Wir hören viele Stimmen im Ort, die sagen: Bitte nicht noch ein Einkaufszentrum, die Verkehrssituation ist schon jetzt schwierig genug. Aber die Flächen, die seit 35 Jahren zum Betriebsgebiet gewidmet sind, können nicht mehr zu Ackerfläche zurückgewidmet werden. Wir versuchen jetzt, einen anderen Weg zu gehen und die nächsten Flächen Kleinbetrieben zur Verfügung zu stellen. Damit schafft man ein breiteres Spektrum an Arbeitsplätzen im Ort, auch abseits des Handels, ohne zusätzliche Verkehrsströme zu verursachen.“

Um die Entwicklung am Betriebsgebiet mitgestalten zu können, nimmt Parndorf auch Geld in die Hand. Nach einem einstimmigen Gemeinderatsbeschluss wurde mit der Eigentümerfirma der Flächen, Wirtschaftspark Burgenland Nord, vereinbart, dass die Gemeinde Gelder für Straßenbau und Aufschließungsmaßnahmen beisteuern wird. „Da bleibt ein finanzielles Loch über, aber es wird sich durch die neuen Kommunalsteuer-Einnahmen wahrscheinlich bald wieder rechnen“, antwortet der Bürgermeister auf die Finanzierungs-Frage.

Zwölf Firmen aus der Umgebung - vom Taxiunternehmen bis zur Autowerkstatt - hätten laut Kovacs bereits Interesse an einem der 2.000 bis 3.000 Quadratmeter großen Grundstücke angemeldet.

Der Ortschef zeigt sich zuversichtlich, dass es schon bald mit den Bauarbeiten für die ersten neuen, kleinen Betriebsstandorte in Parndorf losgehen könnte: „Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit die Arbeiten für Kanal und Straße in Auftrag gegeben werden. Im Herbst könnten ganz leicht schon die ersten Bagger auffahren.“