Teenager aus dem Bezirk Neusiedl bedrohte eigene Mutter: Prozess

Erstellt am 02. Mai 2022 | 04:49
Lesezeit: 3 Min
Gericht Eisenstadt Justizzentrum Eisenstadt Burgenland Prozess Urteil Symbolbild
Ort des Prozesses: Das Justizzentrum Eisenstadt.
Foto: Werner Müllner
14-Jähriger vor Gericht, weil er mit Skiunterziehhaube maskiert seiner Mutter auflauerte.
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Ein 14-jähriger Jugendlicher musste sich vorige Woche vor Gericht verantworten. Er hatte am 16. September des Vorjahres im Streit seiner Mutter einen großen Schrecken eingejagt. D

ie Mutter hatte dem Jugendlichen gewisse Dinge nicht erlaubt, daraufhin nahm er sie in den Schwitzkasten. Danach bewaffnete sich der 14-Jährige mit einer Schere, maskierte sich mit einer Skiunterziehhaube und lauerte seiner Mutter auf. Er hielt ihr die Schere bedrohlich entgegen, weshalb sie sich fürchtete.

Am 29. September 2021 beschädigte der Jugendliche eine Tafel mit einem Fußtritt, einen Tag später stahl er in einem Sportgeschäft Boxhandschuhe im Wert von knapp 25 Euro, indem er sie in seinem Rucksack verstaute und danach das Geschäft verließ, ohne zu bezahlen.

Trotz dieser mehrfachen strafbaren Handlungen hatte die Staatsanwaltschaft dem 14-Jährigen eine Diversion angeboten. Einzige Auflage: Er sollte während einer Probezeit von zwei Jahren nichts mehr anstellen. Um ihn zu unterstützen, wurde dem Jugendlichen eine Bewährungshelferin zur Seite gestellt.

Auch Bewährungshelferin bekam Wutausbruch mit

Aber schon beim ersten Besuch bei der Bewährungshilfe-Organisation sei die Situation eskaliert, berichtete Staatsanwältin Beatrix Resatz. Der Jugendliche habe sich geweigert, die Räumlichkeiten von „Neustart“ zu betreten. Außerdem sei er aggressiv gegenüber der Bewährungshelferin geworden und habe mit seinem Handy um sich geschlagen.

„Ein derartiger Bericht befremdet“, sagte die Staatsanwältin. Die Mutter des Jugendlichen habe angegeben, dass der Wutausbruch ihres Sohnes kein Einzelfall gewesen sei. Er sei bereits mehrfach gegenüber seinen Eltern „ausgerastet“.

Die Staatsanwältin empfahl Maßnahmen, die den Jugendlichen dabei unterstützen können, an seinen Impulsdurchbrüchen zu arbeiten, sonst sei zu befürchten, dass sich diese zu schwerwiegenderen Straftaten entwickeln könnten.

Der Prozess wurde in Rücksichtnahme auf das jugendliche Alter des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt.

Dem 14-Jährigen wurde schließlich neuerlich eine Diversion vorgeschlagen. Er muss sich einer Psychotherapie unterziehen und an der Familien- bzw. Jugendintensivbetreuung teilnehmen.

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