See droht Austrocknung: „Badesaison findet nicht statt“. Der Zicksee droht auszutrocknen. Eine Lösung des Problems wird durch Naturschutz-Bestimmungen erschwert.

Von Paul Haider. Erstellt am 14. August 2019 (06:28)
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Trist. Mit einem maximalen Wasserstand von 30 bis 50 Zentimetern droht der Zicksee auszutrocknen. Bürgermeister Andreas Sattler hofft, dass bei einem runden Tisch im September Lösungsansätze gefunden werden.

Es ist schon eine Weile her, dass man im Zicksee zuletzt richtig schwimmen konnte. Der derzeitige Wasserstand von maximal 30 bis 50 Zentimetern lässt bestenfalls ein Fußbad zu.

Dementsprechend hält sich der Besucheransturm bei der Seewinkellacke im heurigen Hitze-Sommer in Grenzen. Auch beim Lokalaugenschein der BVZ sind keine Badegäste am Zicksee anzutreffen, nur ein paar Vögel tummeln sich im seichten Wasser. Touristisch lebt St. Andrä derzeit in erster Linie von dem gut besuchten Campingplatz. Der vor einigen Jahren angedachte Bau eines Freibades als zusätzliches Freizeitangebot ist derzeit, aus Kostengründen, wieder vom Tisch.

Auf der Suche nach Rettungs-Maßnahmen

Im BVZ-Gespräch beklagt Bürgermeister Andreas Sattler (ÖVP) den tristen Zustand des Zicksees: „Die Badesaison findet, so gesehen, heuer nicht statt. Wir haben jetzt einen Wasserstand von 30 bis 50 Zentimeter, damit fehlt uns rund ein Meter Wasser, was für den Zicksee eine Katastrophe ist. Für den Fisch- und Tierbestand im und rund um den See ist das eine bedrohliche Situation. Wir pumpen zwar stetig Wasser zu, was aber gerade einmal dazu ausreicht, um weitere Verdunstung hintanzuhalten.“

Der dramatische Zustand des Zicksees ist einerseits auf den Mangel an Niederschlägen im Seewinkel, andererseits auch auf Bausünden aus den 1960er Jahren zurückzuführen, wie Ortschef Sattler erklärt: „Damals war der Grundwasserstand ein ganz anderer. Es war zuviel Wasser da, deshalb hat man Schleusen gebaut, um es abzulassen. Diese wurden später wieder geschlossen. Im Strandbereich wurde auf zwei Kilometern die Lehmschicht abgetragen und eine Schotterschicht eingezogen. Das wirkt sich jetzt negativ aus, weil hier das Wasser sofort versickert.“

Bauliche Maßnahmen sind Tabu

Mögliche Lösungsansätze, um den Wasserstand des Zicksees zu regulieren, wären, wasserführende Flüsse anzuzapfen, oder eine Regulierung des Grundwassers mit technischen Hilfsmitteln. Bauliche Maßnahmen sind am Zicksee, als Natura 2000 Weltkulturerbe, allerdings Tabu: „Wir haben die Auflage, dass wir nicht einmal mit einem Schaufelstiel in den See gehen dürfen. Das habe ich vor einem Jahr genauso vonseiten der Landesregierung gehört“, so Bürgermeister Sattler.

Der Ortschef sieht jetzt die Landesregierung in der Verantwortung, der Gemeinde Lösungsansätze aufzuzeigen. Im September soll es einen runden Tisch zum Thema Zicksee mit allen zuständigen Parteien geben.

Auf Nachfrage der BVZ bestätigt dies auch Markus Krojer, im Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) für Wasserschutz zuständig: „Experten für Wasserbau und Naturschutz werden gemeinsam mit der Gemeinde Konzepte erarbeiten. Das Wichtigste ist, dass alle Beteiligten gemeinsam an einem Tisch sitzen, weil alle daran interessiert sind, die Situation bestmöglich zu lösen. Was man jetzt schon sagen kann, ist, dass ein weiteres Zupumpen aus dem Grundwasser nichts bringt, weil das Wasser zu schnell versickert. Man wird andere Maßnahmen andenken müssen.“