Nachhaltiges Wickeln: Stoffwindeln statt Müllberge

Erstellt am 14. März 2022 | 06:01
Lesezeit: 3 Min
Eine junge Mutter aus Zurndorf klärt über nachhaltiges Wickeln auf.
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Babys und Kleinkinder benötigen tausende Windeln und Feuchttücher. Das ist eine gewaltige Menge an Müll., mit der sich die junge Mutter Delina Dobrowolski nicht abfinden will. Deswegen setzt sie auf Stoffwindeln und gibt ihre Erfahrungen in Worshops weiter.

„Wegwerfwindeln zählen zu Nassmüll und bräuchten 500 Jahre, um zu verrotten, werden dann aber im Zuge von chemischen Prozessen verbrannt. Was natürlich sehr schlecht für die Umwelt ist und auch von vielen vergessen wird, denke ich. Auch was davor passiert, der Anbau der ganzen Baumwolle, die nur für ein paar Stunden auf der Haut ist und dann wieder weggeschmissen wird, darüber macht man sich vielleicht gar nicht viele Gedanken. Darauf möchte ich aber aufmerksam machen“, erklärt die 29-Jährige ihre Motivation, ungeachtet der Anstrengungen als Jungmutter und Hochschwangere aufklären zu wollen.

„Vor 30, 40 Jahren wurde noch mit Stoff gewickelt. Dann kam dieser Luxus der Wegwerfwindeln. Sie sind ja auch super praktisch, aber sie verursachen auch Unmengen an Müll und wenn man es hochrechnet, sind sie eigentlich sehr teuer.“

Vor fünf Jahren zog es Dobrowolski mit ihrem Mann von Deutschland nach Österreich. Zuerst nach Mönchhof, seit einem halben Jahr leben die beiden mit ihrem kleinen Sohn am Friedrichshof in Zurndorf. Seit Oktober bietet die ehemalige Flugbegleiterin nun Beratungen für junge Eltern und werdende Mütter an. Sie absolvierte davor einen Kurs beim Verein Windeln Waschen (WIWA). Im Burgenland wird der Verein vom Abfallverband Burgenland durch einen „Windelgutschein“ in Höhe von 150 Euro gefördert.

Eine Mutter mit einer nachhaltigen Mission

„Ich habe gemerkt, das ist nicht nur was für mich, sondern auch fürs Kind“, erzählt sie von ihrer ersten Erfahrung mit Stoffwindeln, auf welche sie während ihrer ersten Schwangerschaft aufmerksam wurde. Ihr kleiner Sohn habe von herkömmlichen Wegwerfwindeln oft Ausschläge bekommen, die durch die Verwendung von Stoffwindeln komplett verschwanden.

Die junge Mutter recherchierte daraufhin auf eigene Faust. Nach unzähligen Videos und anderen Quellen aus dem Internet durchblickte sie langsam den Dschungel an Informationen und sammelte gleichzeitig auch Erfahrungen in der Verwendung von Stoffwindeln. Denn es gibt viele verschiedene Arten. Von reinen Baumwollwindeln bis hin zu jenen mit verschiedenen Anteilen an Kunststoff oder Wolle und dazu diverse Verschlusssysteme. Die meisten sind dabei kaum komplizierter zu verwenden als Wegwerfwindeln. Herauszufinden, welche die richtigen für die eigenen Bedürfnisse und die des Kindes seien, sei aber sehr komplex.

Sie wolle ihre Beratungen auf die jeweiligen persönlichen Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden zuschneiden und individuelle Fragen beantworten. Produkte verkauft Dobrowolski zwar keine, sie hofft aber, mit ihrer Beratungsarbeit die Welt ein kleines Stück nachhaltiger zu gestalten. Aktuell konzentriert sich Delina Dobrowolski auf Gruppen-Workshops, gibt aber auch gerne Einzelberatungen. Der nächste Workshop findet am 26. März im Café Chagoti in Neusiedl am See statt.

Infos unter https://piipapopo.at/ .

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