Aus für Traditionsgasthaus in Mannersdorf. Walter Windisch dreht angesichts seiner Pensionierung nach über vier Jahrzehnten als Gastwirt den Zapfhahn zu. Das Gasthaus wird mit 1. März ruhend gestellt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 20. Februar 2020 (03:57)
Aus für Traditionsgasthaus. 1931 kauften Karl und Maria Windisch das Gasthaus in Mannersdorf, das bis zuletzt von Walter Windisch geführt wurde. Brigitta Karall, Lisi Orovits und Aloisia Schneller vom Seniorenbund verabschiedeten sich vom Wirt ihres langjährigen Stammlokals und wünschten ihm alles Gute zum 60er.
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„Euer Lokal war für uns wie ein zweites Zuhause“, bedankten sich die Senioren in einem netten Schreiben für viele Jahre „Seniorenclub“ bei Walter Windisch (für die berühmten VW-Runden, also Vom Wirt-Runden) und Petra Windisch (für ihre Fünf Sterne-Küche). Ende Februar wird das Gasthaus Windisch seine Pforten schließen.

Nach über 40 Jahren doppelter Berufsbelastung als Bankangestellter bei der Raika und Gastwirt hat sich Walter Windisch gemeinsam mit seiner Frau Petra entschlossen, in Hinblick auf seine anstehende Pensionierung das Gasthaus ruhend zu stellen.

„Ich bin zum Gasthaus gekommen wie die Jungfrau zum Kind"

Seit dem Jahr 1932 befindet sich dieses im Besitz der Familie Windisch. Damals hatten es Walter Windischs Großeltern Karl und Maria Windisch gekauft. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieses von seinem Vater übernommen und seinen Eltern weitergeführt. Walter Windisch selbst begann 1977 in der Bank zu arbeiten. Nur fünf Jahre später, also 1982, legte er aber die Konzessionsprüfung für das Gastgewerbe ab und übernahm das Gasthaus von seiner Mutter, die es aber untertags während er in der Bank arbeitete, weiterbetreute. „Ich bin zum Gasthaus gekommen wie die Jungfrau zum Kind“, schmunzelt Windisch.

Obwohl er 40 Jahre lang quasi keinen freien Tag hatte, hat ihm das Gastwirt-Dasein sehr viel Spaß gemacht – insbesondere die Kommunikation mit den Leuten.

„Als es noch keine Kabinen am Sportplatz gegeben hat, haben sich beide Mannschaften bei uns umgezogen und sind dann zu Fuß zum Sportplatz gegangen“

So war das Gasthaus Windisch Kommunikationszentrum für zahlreiche Vereine und Kartenrunden. Seit der Gründung des UFC Mannersdorf im Jahr 1961 war das Gasthaus Clublokal, wo die dritte Halbzeit oft bis in die frühen Morgenstunden andauerte. „Als es noch keine Kabinen am Sportplatz gegeben hat, haben sich beide Mannschaften bei uns umgezogen und sind dann zu Fuß zum Sportplatz gegangen“, so Windisch. „Legendär waren auch die Frühschoppen mit der Musikkapelle Dorscharanka.“

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Seit Eröffnung des Gasthauses im Jahr 1931 kehrten jedes Jahr am 16. August die Wallfahrer aus Kroatisch Geresdorf ein. Schon seit Jahren waren jeden Montag die Sesselturnerinnen zu Gast, bis zum Schluss gab es einen Sparverein, aber auch Obstbauverein, Tennisclub, Jägerschaft, Feuerwehr, Burschen, Musikverein und die politischen Parteien – sie alle waren gern zu Gast im Gasthaus Windisch.

„Ein besonderer Dank gebührt unseren zahlreichen Stammgästen, die uns viele Jahre die Treue gehalten haben“, so Walter Windisch. Er möchte sich aber auch bei seiner Familie, allen voran seinen vier Kindern und seiner Gattin – die sich um die vielen Caterings gekümmert hat – für die Unterstützung bedanken. „Ein ganz besonderer Dank gilt meiner lieben Gattin Petra, die mit viel Engagement und großer Kochleidenschaft das Gasthaus belebte.“