Mozart-Oper in Corona-Adaption. Auf 140 Minuten komprimierte Fassung des Meisterwerks „Così fan tutte“ wird auf der Burg Lockenhaus gezeigt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:23)
Burg Lockenhaus
Burg Lockenhaus

„COSÌ.20 – Liebe ist ansteckend!“, ist der Titel einer Corona-adaptierten Produktion der Oper „Così fan tutte“ des Künstlerkollektivs „ĀRT HOUSE OPERA“ um Thomas Höft und Dietrich Henschel, die auf Burg Lockenhaus gezeigt wird. Das neu gegründete forum:lockenhaus hat COSÌ.20 als Veranstalter übernommen.

„Regisseur Thomas Höft wurde durch seine Einladung zu den Lockenhauser Kulturgesprächen auf die Burg aufmerksam. Als er dann mit seiner bereits in Vorbereitung befindlichen Oper aufgrund eines umstrittenen Singverbots in Berlin auf Herbergssuche war, hat er Ende Juni beim forum:lockenhaus angefragt, ob wir uns die Oper auf der Burg vorstellen könnten“, so Beatrix Baumgartner-Andexlinger vom Gründungs- & Leitungsteam.

In einer theatralischen Feldstudie vereinzelt das Opernlabor COSÌ.20 alle Akteure in einem intensiven Psycho-Experiment. Wird die Isolation gelingen und das Virus bekämpft werden können? Kann der kontaktfreie Gefühlsaustausch schmerzfrei vollzogen werden? Die Produktion wird in einer auf 140 Minuten komprimierten Fassung mit Musik u.a. von György Ligeti, György Kurtag und Ghostly Kisses vorgeführt, wobei maximal 98 Personen pro Aufführung teilnehmen können. Doch COSÌ.20 begreift sich nicht als eine „reduzierte Fassung“ einer Mozart-Oper.

„Wir betreiben keine simple Reduktion auf Corona-Format, sondern wir akzeptieren die neuen Gegebenheiten und nehmen sie als Grundlage für unsere künstlerische Auseinandersetzung mit einem genialen Musiktheaterstück. COSÌ 20 gewinnt aus der scheinbaren Reduktion ihre eigentliche Kraft. Sie betrachtet Da Pontes Theaterlabor mit dem Auge unserer momentanen Laborsituation und überträgt die Forschungsergebnisse Da Pontes und Mozarts in unsere pandemische Gegenwart“, so Regisseur Thomas Höft. Während der Proben wurde die Shortlist zum OPUS KLASSIK, dem deutschen Klassikpreis, veröffentlicht und gleich drei Mitwirkende sind nominiert: der isländische Tenor Benedikt Kristjánsson und Dietrich Henschl, die in Lockenhaus den Ferrando bzw. Don Alfonso singen sowie Dirgientin Gabriella Teychenné.