„Leuchtfeuer“ im Rathaus Oberpullendorf. Im Memoriam Edgar Schenk werden bis Ende Oktober Werke des vielseitigen, im Vorjahr verstorbenen, Künstlers gezeigt.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 02. Oktober 2020 (05:40)
Laden ein. Bürgermeister Rudolf Geißler, Kuratorin Ingeborg Schenk, Tochter Susanna Schenk und Wolfgang Ehrenhöfer bitten zur Ausstellung, die bis 12. Oktober von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr, und danach bis Ende Oktober wochentags von 8 bis 12 Uhr zu besichtigen ist.
Grabner

Mit der Wandmalerei im Schwimmbad und den Reliefs an der Volksschule und im Pausentrakt der Mittelschule hat der im Vorjahr im Alter von 87 Jahren verstorbene Künstler Edgar Schenk seine künstlerischen Spuren in Oberpullendorf hinterlassen. Aktuell ist eine Ausstellung mit dem Titel „Leuchtfeuer“ im Rathaus zu besichtigen, die von der Gattin des Künstlers, Ingeborg Schenk, kuratiert wurde und einen Bogen zwischen zwei Fixpunkten in Schenks künstlerischem Schaffen spannt: Burgenland und Afrika.

„Hier hängen einige Bilder, die sicher noch niemand gesehen hat“, meint Schenk, darunter drei Selbstporträts aus verschiedenen Lebensphasen des Künstlers. „Der Titel Leuchtfeuer ist abgeleitet von den kräftigen Farben, in die man sich hineingezogen fühlt“, erklärte Schenk. Die Ausstellung zeige die Entwicklung bis hin zur Explosion der Farbe durch Schenks Afrikabesuche. „Er hat sich in die Natur unheimlich hineinsteigern können“, so Schenk.

Dies bestätigte auch Wolfgang Ehrenhöfer, ein ehemaliger Schüler, der bei der coronabedingt leider nicht durchführbaren Ausstellungseröffnung die Laudatio gehalten hätte. „Durch seine Bilder zieht sich wie ein roter Faden die bedingungslose Hinwendung zur Natur und zur gesamtem Umwelt“, unterstrich Ehrenhöfer.

Tiefe Erkenntnisse ins Bildhafte übersetzt

Er beleuchtete die vielschichtige Persönlichkeit Edgar Schenk vom hervorragenden Lehrer und Erzieher über den trommelnden „Rasta-Mann“ bis hin zum Maler und Künstler, der immer danach trachtete, tiefe Erlebnisse oder Erkenntnisse ins Bildhafte zu übersetzen. So hat er bei seinen Afrikabesuchen unzählige Skizzen angefertigt, um sie später in intensiv leuchtende lebendige Bilder zu verwandeln.

„Die vielen neuen Eindrücke, die ihm hier in Afrika vermittelt worden sind, die Landschaft, die Fauna und Flora, die Menschen und ihre Kultur, all das hat er in sich aufgesogen. Aber zu dem anfangs bewundernden Blick hat sich bald auch ein wesentlich kritischerer gesellt. Neben den üblichen Bildern von Menschen in ihren farbkräftigen Kleidern und deren Lebensraum sind auch Collagen zu Themen entstanden wie Aids, Wassernot, Genitalverstümmelung und Tod durch Steinigung. Der ‚weiße Rasta-Mann‘, wie man ihn in Afrika nennt, will mit seinen Bildern die Menschen in Europa wachrütteln, er veranstaltet Benefiz-Vernissagen, trommelt, wirbt um Unterstützung und unterstützt selbst Projekte, wie beispielsweise ein Schulprojekt in Burkina Faso.“

Von Udine über Gent bis nach New York

Sein Weg als Maler und Künstler führte Schenk zwei Mal zur Grafik Biennale nach Udine sowie zu Kunstmessen in Mailand, Gent, Nimes und Luxemburg. Seine Bilder wurden auch in Cannes, New York und Miami gezeigt. Sein Schaffen umfasste auch sakrale Arbeiten wie das Altarbild in der Kirche von Bad Sauerbrunn und Glasfenster, wie die in Neutal, Weiden am See oder an der Einsegnungshalle in Eisenstadt.

„Es ist eine reiche Palette, die er uns geschenkt hat, vielseitig in Technik und Thematik. Und jedes seiner Werke trägt seine unverwechselbare Handschrift“, so Ehrenhöfer. „Am 31. Mai vergangenen Jahres ist Edgar Schenk verstorben: Ein hervorragender Lehrer und Erzieher, ein engagierter Vermittler zwischen Menschen und ihren Kulturen, ein von der Malerei Besessener, der nicht in Einseitigkeit erstarren wollte, aber immer nach einem trachtete: tiefe Erlebnisse oder Erkenntnisse ins Bildhafte zu übersetzen und damit den Betrachter zum Partner seines Anliegens zu machen.“