Marianum Steinberg: Gemeinde wird nicht Schulerhalter

Erstellt am 18. Januar 2022 | 09:33
Lesezeit: 3 Min
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Foto: BVZ
Die Fortführung des Schulbetriebs am Marianum durch die Gemeinde als Schulerhalter ist aus wirtschaftlicher Sicht unmöglich. An einer Lösung für die künftige Nutzung des Gebäudes wird intensiv gearbeitet.
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Seit sich die Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser aus wirtschaftlichen Gründen und wegen Überalterung der Schwestern entschieden hat, sich mit dem Schuljahr 2024/25 vom Schulstandort Steinberg nach 140 Jahren pädagogischer Tätigkeit zurückzuziehen, liefen Gespräche zwischen Gemeinde, Land und Orden hinsichtlich der Zukunft des Marianums. „Es gab mehrere Gespräche mit Herrn Landeshauptmann Doskozil, den zuständigen Landesräten und der Bildungsdirektion. Außerdem wurde das Gebäude von Sachverständigen des Landes und des Ordens besichtigt. Die Bildungsdirektion führte auch Gespräche mit dem Verein zur Rettung der Ordensschulen, dieser lehnte jedoch eine Übernahme des Standortes aus wirtschaftlichen Gründen ab“, erklärt Bürgermeister Manfred Schmidt.

Um diesen aufrecht zu erhalten, müsste die Gemeinde als Schulerhalter fungieren, dies sei aber aus wirtschaftlicher Sicht unmöglich. „Am Gebäude sind dringende Sanierungsmaßnahmen nötig. Bei realistischen Schätzungen von fünf bis sechs Euro pro Quadratmeter, bei der entsprechenden Fläche würden sich alleine Miet- inklusive Betriebskosten in der Höhe von rund 330.000 Euro pro Jahr ergeben. Dazu kommen noch die Kosten für Schulwart, Küchenpersonal, Reinigungskräfte, Freizeitpädagogen etc. sowie die Aufrechterhaltung der hohen schulischen Standards inklusive Nachmittagsbetreuung“, so Schmidt. Mit den Einnahmen aus Schulgeldern wäre es bei weitem nicht möglich, diese Kosten abzudecken, zumal die Schülerzahlen im Bezirk laut Statistiken der Bildungsdirektion rückläufig sind. „Laut mittelfristigem Finanzplan beträgt die freie Finanzspitze der Gemeinde in den Jahren 2023 bis 2026 rund 230.000 Euro. Die Kosten für den Schulerhalt würden bedeuten, dass kein Budget für die Erhaltung der Infrastruktur oder anderer Projekte zur Verfügung stünde“, rechnete Schmidt vor.

„Man muss realistisch sein, mit diesen Zahlen ist die Schule für die Gemeinde alleine unmöglich finanzierbar. Wir sind bemüht eine Lösung zu finden, bei der vielleicht noch eine Schule dabei ist. Von der Auslastung hat es ja nie Probleme gegeben“,  ist für Vizebürgermeister Stefan Guczogi das Schulthema „noch nicht gestorben“. Aber: „Ein reiner Schulbetrieb ist unmöglich.  Es wäre ideal, wenn wir ein Pflegeheim oder Betreutes Wohnen bekommen könnten. Wir hoffen auf eine Lösung, bei der wir mit einer Schule mit partizipieren können, es gibt ja 4.600 Quadratmeter Nutzfläche."

Alle Schüler, die aktuell die Schule besuchen, können diese noch in Steinberg abschließen  - das hatte der Orden bereits angekündigt. Die Lehrkräfte werden nach der Schließung  in anderen Schulen einen Arbeitsplatz erhalten. „Die Dichte der Mittelschulen im Bezirk und überhaupt rund um Steinberg ist sehr groß, dadurch kann man in hoher Qualität Ausbildung gewährleisten“, betont Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz.

Indes laufen die Gespräche betreffend einer weiteren Nutzung von Land und Gemeinde weiter. „Ich bin überzeugt, dass wir eine gute und vernünftige Lösung finden werden und werde mich auf jeden Fall mit aller Kraft und allem Nachdruck für eine weitere Nutzung des Marianums einsetzen“, so Schmidt.

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