24-Jährige mit Video erpresst?

Eine Asylwerberin aus dem Irak ist angeklagt, weil sie von einer Landsfrau angeblich Geld erpressen wollte. Der Prozess wurde vertagt.

Erstellt am 07. Juni 2020 | 06:36
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Gericht Symbolbild
Foto: APA (Symbolbild)

Im Oktober 2019 hatte eine 24-jährige gebürtige Irakerin bei der 26-jährigen Angeklagten, einer Asylwerberin, die ebenfalls aus dem Irak stammt, in der Asylunterkunft im Bezirk Oberpullendorf ihren Reisepass vergessen. Rund um diesen Reisepass soll sich in der Folge eine Erpressung entsponnen haben.

Die angeklagte Asylwerberin soll versucht haben, die Mutter der 24-Jährigen zur Übergabe von 200 Euro zu nötigen, sonst werde deren Tochter den Reisepass nicht mehr zurückbekommen.Als die Mutter der 24-Jährigen ankündigte, sie werde zur Polizei gehen, soll die Angeklagte damit gedroht haben, ein intimes Video zu veröffentlichen. Dieses Video zeigt angeblich die 24-Jährige bei einer gynäkologischen Untersuchung in einem Krankenhaus. „Sie hatte Bauchweh, ich fuhr mit ihr ins Krankenhaus“, berichtete die Angeklagte. „Es stellte sich heraus, dass sie schwanger ist.“

„Sie sollen die Ultraschalluntersuchung mit dem Handy gefilmt haben“, hielt Richterin Birgit Falb der Angeklagten vor. „Ich habe nichts gefilmt und außerdem erlaubt ein Arzt so etwas nicht!“, empörte sich die Angeklagte. Die Freundschaft zwischen den beiden Irakerinnen ging in die Brüche, als die 24-Jährige bekannt gab, dass sie den Schwager der Angeklagten heiraten wollte. „Sie war eifersüchtig“, berichtete die 24-Jährige. Ihre Landsfrau habe angedeutet, dass sie den Reisepass für eine Schleppung verwenden würde. Bis heute habe sie das Dokument nicht zurückerhalten. „Die Angeklagte zeigte mir ein Video oder ein Foto, auf dem man meine Tochter mit gespreizten Beinen bei der Untersuchung zeigt“, berichtete die Mutter der 24-Jährigen. Die Angeklagte behauptete vor Gericht, sie habe ihrer früheren Freundin 2.200 Euro für den Führerscheinkurs geborgt, aber erst 1000 Euro zurückbekommen. „Warum sollte ich mir Geld ausborgen“, sagte dazu die 24-Jährige. „Ich arbeitete damals Vollzeit.“ Auch die Richterin wunderte sich: „Das ist eine Riesensumme für eine Asylwerberin!“ Zu Beginn hatte die Angeklagte angegeben, sie bekomme pro Monat 200 Euro an staatlicher Unterstützung. Der Prozess wurde vertagt, weil Chatverläufe am Handy der Mutter der 24-Jährigen ausgewertet werden. Die Aussagen seien widersprüchlich, erklärte die Richterin. Sie müsse, um eine gerechte Entscheidung treffen zu können, versuchen, die Wahrheit herauszufinden.