28-Jähriger bedrohte drei Männer mit Softgun. Weil er sich über einen singenden Mann ärgerte, holte ein 28-Jähriger seine Druckluft-Waffe aus dem Auto.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 14. Mai 2020 (06:00)
Symbolbild
APA

Nach einer Weihnachtsfeier hatte sich am 21. Dezember 2019 ein 28-jähriger Arbeiter nicht mehr unter Kontrolle. Er bedrohte drei Männer mit einer Softgun und teilte Tritte und Stöße aus.

Vorige Woche musste sich der Softgun-Besitzer am Landesgericht Eisenstadt vor Richterin Daniela Berger wegen des Vorwurfs der gefährlichen Drohung verantworten.

„Es ist mir extrem peinlich“, bekannte sich der Angeklagte schuldig.

Er habe bei der Firmenweihnachtsfeier viel Alkohol konsumiert und könne sich an die Vorfälle nur mehr bruchstückhaft erinnern.

Vor einem Lokal im Bezirk Oberpullendorf war es in den frühen Morgenstunden nach der Weihnachtsfeier zu einer verbalen Auseinandersetzung des Angeklagten mit zwei Passanten gekommen.

Einer der Männer hatte gesungen. Der Angeklagte ärgerte sich darüber. Mit den Worten „Jetzt reicht’s mir!“ marschierte er zu seinem Auto und holte eine Softgun, die einer Pistole der Marke Glock täuschend ähnlich sah.

Sänger angeherrscht: „Schleicht‘s euch!“

Der Angeklagte richtete die Waffe auf die Männer und herrschte diese an: „Schleicht’s euch!“ Außerdem trat er einen der Männer ins Gesäß.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Außenbereich eines Lokals. Der Angeklagte traf dort auf einen Gast, der das WC aufsuchen wollte. Ohne Vorwarnung zog der Angeklagte die Softgun, hielt sie dem geschockten Gast an die Schläfe und fragte: „Soll ich abdrücken?“

Als die Polizei kam, war der Verdächtige bereits weg. Über Facebook gelang es, den Mann auszuforschen. Da man davon ausgehen musste, dass die benutzte Waffe echt sein könnte, rückte das Einsatzkommando Cobra zum Wohnsitz des 28-Jährigen aus, wo die Wohnungstüre aufgebrochen wurde.

Neben der Softgun, die er bei den Vorfällen nach der Weihnachtsfeier benutzt hatte, fand man bei dem Angeklagten eine weitere Softgun, die wie eine Langwaffe aussah.

„Ich bin nicht gewillt, eine echte Waffe zu besitzen“, beteuerte der Angeklagte vor Gericht.

Die Richterin bot dem unbescholtenen Angeklagten eine Diversion an. Wenn er 800 Euro Geldbuße und 150 Euro Pauschalkosten bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt.